Gesundheit
Bundesrat Berset eröffnet WHO-Jahreskonferenz in Genf

In seiner Eröffnungsrede zur 75. Weltgesundheitsversammlung hat Bundesrat Berset die Wichtigkeit der internationalen Zusammenarbeit hervorgehoben. WHO-Chef Tedros Ghebreyesus warnte indes, Kriege wirkten destabilisierender als Pandemien.

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Alain Berset bei der Eröffnung der Jahreskonferenz der Weltgesundheitsorganisation in Genf.

Alain Berset bei der Eröffnung der Jahreskonferenz der Weltgesundheitsorganisation in Genf.

Keystone

Die 75. Jahreskonferenz der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist am Sonntag in Genf mit Rufen nach Frieden als Grundvoraussetzung für Gesundheit eingeläutet worden. Bundesrat Alain Berset strich in seiner Eröffnungsrede hervor, wie zentral eine starke WHO und Multilateralismus aktuell seien. «Nur gemeinsam können wir die globale Gesundheitsversorgung verbessern – und eine Grundvoraussetzung für Frieden schaffen», teilte der Schweizer Gesundheitsminister auf Twitter mit,

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte indes, dass Krieg, Hunger und Krankheit Freunde seien: «Die Fundamente stabiler Gesellschaften werden durch Krieg noch mehr erschüttert und zerstört als durch Pandemien.» Krankheiten, mangelnde Gesundheitsversorgung und psychische Wunden seien oft die Folgen von Konflikten.

Tedros, der sich voraussichtlich am Dienstag der Wiederwahl als WHO-Generaldirektor stellt, wies darauf hin, dass nicht nur Menschen in der Ukraine von Waffengewalt betroffen sind, sondern auch in Afghanistan, Jemen, Somalia, Südsudan, Syrien und in seinem von Konflikten heimgesuchten Heimatland Äthiopien.

«Die eine Medizin, die am meisten benötigt wird, kann die WHO nicht verabreichen: Frieden», sagte Tedros, nachdem einige Staats- und Regierungschefs in ihren Reden ebenfalls betont hatten, dass globale Sicherheit und Gesundheit Hand in Hand gehen. Sie wiesen jedoch auch darauf hin, dass der Krieg in der Ukraine nicht die einzige Krise von Bedeutung für die WHO sei. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und andere Politiker forderten Anstrengungen, um Gesundheitssysteme und den Pharmasektor auf künftige Pandemien vorzubereiten.

An der Jahreskonferenz haben Bundesrat Berset und WHO-Chef Tedros auch die Skulptur «Früchte tragen» der Schweizer Künstlerin Simone Holliger zusammen eingeweiht. Dabei handelt es sich um ein Geschenk der Schweiz und ein Zeichen der Schweizer «Unterstützung für die WHO», wie Berset auf Twitter schreibt. Die Skulptur wurde für den Neubau der Weltgesundheitsorganisation konzipiert, der den Hauptsitz in Genf ergänzt.

(dpo/dpa)