Freiwillige gesucht
Amphibien sind auf ihrer gefährlichen Reise auf Hilfe angewiesen

Millionen von Amphibien machen sich gerade auf den Weg zu ihrer Hochzeitsreise. Der Weg ist gefährlich, denn er führt auch über Strassen. Pro Natura sucht deshalb Freiwillige, welche die Tiere auf ihrer Wanderung unterstützen.

Gabriel Vilares, Dario Pollice
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Eine Erdkröte überquert eine Strasse auf dem Weg zum Laichgewässer.

Eine Erdkröte überquert eine Strasse auf dem Weg zum Laichgewässer.

Matthias Sorg / Pro Natura

Frösche, Kröten und Molche spüren bereits den Frühling. Sobald die nächtlichen Temperaturen im Frühjahr steigen und es regnet, beginnen die Amphibien an ihre Laichgewässer zu wandern. In den Fortpflanzungsgewässern legen die Tiere dann ihre Eier ab.

Für die Grasfrösche beginnt die Wanderung im Mittelland bereits Ende Februar, während die Erdkröten etwas später wandern. Da es aber bis vor Kurzem noch verbreitet trocken war, haben sich bisher nur vereinzelt Grasfrösche und Erdkröten auf den Weg gemacht, wie Franziska Rosenmund, Medienverantwortliche von Pro Natura, auf Anfrage von CH Media mitteilt: «Nachdem nun vielerorts Regen angesagt ist, herrschen jetzt ideale Wanderbedingungen und es dürften in den nächsten Tagen viele Tiere unterwegs sein.»

«Amphibien-Lotsen» helfen bis zu 250'000 Tieren

Damit die Amphibien zu den Laichgewässern gelangen, sind sie oft auf zusätzliche Hilfe angewiesen. Denn der Weg über Stock und Stein, Siedlungen und Strassen endet für die Tiere oft tödlich. Um den Fortpflanzungserfolg der Tiere zu garantieren, sucht die Naturschutzorganisation Pro Natura deshalb auch in diesem Jahr Freiwillige. Die «Amphibien-Lotsen» sammeln die Tiere ein und befördern sie in Kübeln über die Strasse.

«Die Kontrollen finden meist morgens bei Tagesanbruch und manchmal zusätzlich auch abends nach Einbruch der Dämmerung statt», erklärt Franziska Rosenmund von Pro Natura. Je nach Verlauf der Witterungsverhältnisse werden die Zugstellen dabei während mehrerer Wochen betreut.

In den letzten Jahren seien jährlich zwischen 60'000 und 250'000 Amphibien von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern über die Strasse sicher ans Laichgewässer getragen worden. Die Koordination der Freiwilligeneinsätze läuft über karch.ch, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweiz für Amphibien und Reptilien. Zudem können sich Freiwillige auch auf lepus.uni.ch informieren, in welcher Region noch helfende Hände gefragt sind.