Coronavirus
Trotz Lieferengpässen bei Pfizer/Biontech: Kantone sollen bei Impfungen vorwärts machen

Bei Impfstoffhersteller Pfizer/Biontech gibt es Lieferverzögerungen. Trotzdem gab der Bundesrat, der ab Freitag zwei Mal pro Woche die Zahlen zur Impfkampagne veröffentlichen will, ein Impfziel bekannt.

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GDK-Präsident Lukas Engelberger (links) und Gesundheitsminister Alain Berset informierten am Donnerstag über die Impfkampagne.

GDK-Präsident Lukas Engelberger (links) und Gesundheitsminister Alain Berset informierten am Donnerstag über die Impfkampagne.

Keystone

(abi) Mit Lieferverzögerungen beim Impfstoff habe immer gerechnet werden müssen, sagte Bundesrat Alain Berset am Donnerstag vor den Medien. Deshalb habe man von Beginn an auf verschiedene Impfstoff-Produzenten gesetzt. Nun habe sich der Bundesrat mit den Kantonen ausgetauscht und abgeklärt, was die Lieferengpässe, die ganz Europa betreffen, bedeuten.

Zudem rief Berset die Kantone auf, bei den Impfungen vorwärts zu machen – und gab gleich das Impfziel bekannt: So müssten ab Februar in allen Kantonen täglich 525 Dosen pro 100'000 Einwohner verabreicht werden. «Im Juni muss die Impfkapazität dann drei Mal höher sein», sagte der Gesundheitsminister. Ab Freitag will der Bund zudem zwei Mal pro Woche die Zahlen zur Impfkampagne veröffentlichen.

Mehr Tempo beim Impfen und Testen

Doch nicht nur beim Impfen ist Tempo gefragt, sondern auch beim Testen.« Wir müssen mehr testen», forderte Berset die Kantone auf. Zudem müsse das Contact-Tracing verbessert werden – gerade auch wegen den Mutationen.

Lukas Engelberger, Präsident der Gesundheitsdirektoren-Konferenz (GDK), sprach derweil über «positive Elemente der Lagebeurteilung». Demnach gebe es beispielsweise keinen Festtagseffekt bei den Fallzahlen, diese seien nicht explodiert. «Die Bevölkerung hat sich an die Regeln gehalten. Das zeigt sich in den nun sinkenden Zahlen», sagte er. Dies sei von grosser Bedeutung und müsse unbedingt so bleiben. Denn die verschiedenen Mutationen bereiten auch den Kantonen Sorgen.

«Bevölkerung will sich impfen lassen»

Gerade auch die sinkenden Hospitalisierungen seien wichtig für die Spitäler, die so die Kapazität nutzen und aufgeschobene Operationen nachholen könnten, sagte Engelberger.

Bezüglich dem «Mammutprojekt Impfungen» betonte der GDK-Präsident, dass sie spüren, dass sich die Bevölkerung impfen lassen wolle. «Und wir wollen diesem Impfwunsch nachkommen», sagte er. Das Tempo der Impfungen werde sich nun in den Kantonen angleichen. «Die Lieferverzögerungen sind zwar anspruchsvoll und ärgerlich, wir wollen uns davon aber nicht beirren lassen.»