COronavirus
BAG-Mathys zur aktuellen Lage: «Die neue Variante macht uns Sorgen»

Die Zahl der neuen Coronafälle stagniert auf einem hohen Niveau. Mit Blick auf die neue Virusvariante beunruhigt das die Gesundheitsexperten des Bundes.

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Patrick Mathys zeigt sich besorgt über die neue Variante des Coronavirus.

Patrick Mathys zeigt sich besorgt über die neue Variante des Coronavirus.

Keystone

(dpo) Am Dienstag meldete das Bundesamt für Gesundheit 2851 neue Infektionen mit Covid-19. Damit stagnieren die Fallzahlen weiterhin auf einem hohen Niveau, bilanzierte Patrick Mathys vor den Medien in Bern. Das sei vor allem mit Blick auf das mutierte Virus problematisch. «Die neue Variante macht uns Sorgen», sagte der Leiter der Sektion Krisenbewältigung beim BAG.

Am Dienstag vor einer Woche lag die Anzahl der Neuansteckungen noch bei 4020. Die Abnahme der Fallzahlen konnte Mathys nicht erklären. Vielleicht hätten sich die älteren Menschen risikoärmer verhalten, oder jüngere Personen hätten Kontakte gemieden. So oder so, seien die Zahlen mit Vorsicht zu geniessen, sagte Mathys weiter. Das BAG rechne etwa mit weiteren Nachmeldungen, da um Neujahr weniger getestet worden sei.

Bislang seien 127 Mutationen in der Schweiz bekannt. Doch laut Mathys nimmt der Anteil der Covid-19-Varianten unter den Coronafällen laufend zu: «Wir gehen davon aus, dass in der Schweiz fünf bis sechs Prozent der Fälle auf Mutationen zurückgehen dürften», so Mathys weiter. Zahlen aus Grossbritannien und Irland hätten gezeigt, dass die neue Mutationen leichter übertragbar und für eine starke Zunahme der Fälle verantwortlich seien.

Neue Variante: Wengen als «Lehrbeispiel»

Die Berner Kantonsärztin und Vizepräsidentin der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte Linda Nartey nannte dabei die Geschehnisse um Wengen als «Lehrbeispiel». Weil sich dort die neue Variante ausgebreitet hat, sagten die Behörden das Skirennen am Lauberhorn ab. «Wir haben in Wengen noch keine Verlangsamung erreicht und wir konnten nicht alle Verbindungen nachvollziehen», so Nartey.

Nicht alle Kantone seien von der neuen Variante gleich stark betroffen, doch der Druck auf sie wachse, sagte die Berner Kantonsärztin weiter: «Wo die Fälle auftreten, entsteht sehr schnell eine beunruhigende Situation.» Der Druck auf das Gesundheitswesen bleibe daher nach wie vor gross.

Derzeit sind 74 Prozent aller Intensivpflegeplätze in der Schweiz belegt, 41 Prozent davon mit Corona-Patienten, sagte Patrick Mathys vom BAG. Auch wenn das Bundesamt am Dienstag mit 147 Spitaleintritten eine leichte Abnahme bei den Hospitalisierungen registrierte, sei eine Lockerung der Massnahmen nicht angebracht, so Mathys weiter. Vor dem Hintergrund der neuen Varianten würden die Fallzahlen mit einer Lockerung wieder zunehmen.

Zweiter Impfstoff für die Schweiz zugelassen

Am Dienstag hat Swissmedic den Impfstoff von Moderna als zweites Corona-Vakzin für die Schweiz zugelassen. Gemäss Nora Kronig, Vizedirektorin des BAG, erhält die Schweiz am Mittwochvormittag eine erste Lieferung von 200'000 Impfdosen.

Am 18. Januar soll zudem die dritte Lieferung von Biontech/Pfizer erfolgen. Somit würde die Gesamtmenge der verfügbaren Impfdosen schweizweit auf 560'750 steigen, so Kronig: «Wir können mit diesem Volumen vier Prozent der erwachsenen Bevölkerung impfen.» Nun erwarte das BAG die ersten Zahlen des Monitorings der Kantone bezüglich der Verimpfungen.