Coronapandemie
Einsatz ab 5. Oktober? – Kantone bereiten sich auf dritten Impfstoff ohne mRNA vor

Offiziell ist nichts. Und bestätigt bislang nur: Der Bund führt über den Kauf eines dritten Impfstoffs Verhandlungen. Doch nun verdichten sich die Anzeichen, dass der Start damit bereits in Griffweite ist.

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Niederschwelliges Angebot: Für eine Impfung mit dem in Bümpliz entwickelten Vakzin von Janssen braucht es nur eine Spritze.

Niederschwelliges Angebot: Für eine Impfung mit dem in Bümpliz entwickelten Vakzin von Janssen braucht es nur eine Spritze.

Imago Images

Konkret soll bereits am 5. Oktober mit der Verimpfung eines dritten Vakzins in der Schweiz begonnen werden. Es ist dies die Coronaimpfung von Johnson & Johnson. Deren Spezialität: Sie benötigt nur einen Piks. Und sie ist geeignet auch für Personen, die allergisch regieren auf die neuartige mRNA-Technologie, auf welchen die derzeit in der Schweiz im Angebot stehenden Impfungen von Pfizer/Biontech und Moderna beruhen.

Beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) ist am Dienstag bislang allerdings keine Bestätigung für einen Bericht von Blick.ch vom gleichen Tag zu erhalten. Bei der Konferenz der Gesundheitsdirektoren (GDK) bestätigt allerdings ein Sprecher gegenüber CH Media: «Die Kantone sind Ende letzter Woche informiert worden.» Zum Inhalt des Schreibens will er sich jedoch nicht äussern.

Damit verdichten sich die Anzeichen, dass der Start eines dritten Impfstoffs in Griffweite ist. Der Zeitpunkt von Anfang Oktober würde ebenfalls mit früheren, ebenfalls an die Öffentlichkeit durchgedrungenen Informationen des BAG an die Kantone übereinstimmen.

Kauf von «kleinerer Menge» geplant

Bekannt und bestätigt ist bislang nur: Der Bund steht nun auch in Verhandlungen mit dem amerikanischen Hersteller Johnson & Johnson. Das bestätigte Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit beim Bundesamt für Gesundheit (BAG), vor zwei Wochen. In diesen Gesprächen gehe es um eine «kleinere Menge» Impfdosen.

Diese seien für Personen geplant, die sich aus medizinischen Gründen nicht mit den bisher in der Schweiz verfügbaren Vakzinen impfen lassen könnten. Genauere Angaben machte Mathys damals nicht. «Bisher wurde noch kein Vertrag unterschrieben, wir werden informieren, wenn es soweit ist», sagte der BAG-Spitzenmann nur. Dieselbe Auskunft gab es beim BAG am Dienstag auf Anfrage erneut.

Nach Pfizer/Biontech und Moderna verhandelt der Bund damit derzeit über den Kauf eines dritten der derzeit in der Schweiz zugelassenen Vakzins. Zuerst über die Verhandlungen berichtet hatte damals ebenfalls bereits der «Blick». Demnach hatte der Bund die Kantone bereits vor bald drei Wochen angewiesen, sich auf eine zeitnahe Auslieferung des Janssen-Impfstoffs namentlich für Allergiker vorzubereiten.

In Bümpliz entwickelter Impfstoff

Die Zulassungsstelle Swissmedic hatte dem Impfstoff des amerikanischen Pharma-Multis Johnson&Johnson bereits im März eine befristete Zulassung für Personen ab 18 Jahren erteilt. Dabei braucht es nur eine Impfdosis, um eine Immunität zu erreichen.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) schützt das unter anderem von der Tochterfirma Janssen in Bümpliz bei Bern entwickelte Vakzin 28 Tage nach der Impfung zu 85,4 Prozent gegen einen schweren Krankheitsverlauf mit Covid-19. Gegen eine mässige Erkrankung schützt der Stoff laut WHO zu 66,9 Prozent. Ob mit Janssen geimpfte Personen das Virus weitergeben können, ist laut WHO bisher noch nicht bekannt.

Gleiches Prinzip wie bei AstraZeneca und Sputnik

Janssen beruht – im Gegensatz zu den ebenfalls in der Schweiz befristet zugelassenen Impfstoffen von Pfizer/Biontech und Moderna – nicht auf der neuartigen mRNA-Technologie. Zwar wird auch bei Janssen die Immunität durch eine Reaktion des Immunsystems auf Spike-Proteine des Coronavirus erzeugt, die von körpereigenen Zellen produziert werden. Den Bauplan dafür liefert in diesem Fall aber nicht modifizierte mRNA, sondern ein gentechnisch verändertes Virus.

Auf dem gleichen Prinzip basieren auch Vakzine wie beispielsweise der von Swissmedic nicht zugelassene EU-Impfstoff von AstraZeneca oder die russischen Produkte Sputnik V und Sputnik Light. Klassische Impfungen mit deaktivierten Coronaviren, wie etwa das chinesische Coronavac oder das indische Covaxin, sind in der Schweiz bislang ebenfalls nicht zugelassen. (wap/sat)

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