Coronamassnahmen
Task-Force-Präsident warnt vor weiteren Lockerungsschritten

Die Lockerungsschritte vom Montag könnten dazu führen, dass die Leute weniger vorsichtig sind, so Martin Ackermann, Präsident der wissenschaftlichen Task Force. Bevor man noch weiter geht, müsse die Situation genau beobachtet werden.

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Sind die Menschen nicht vorsichtig genug, fürchtet Ackermann einen erneuten Anstieg der Fallzahlen.

Sind die Menschen nicht vorsichtig genug, fürchtet Ackermann einen erneuten Anstieg der Fallzahlen.

Keystone

(agl) Schnelle Öffnungsschritte seien mit grossen Risiken verbunden, sagt Ackermann im Interview mit der «Sonntagszeitung». Die Task Force hätte dem Bundesrat deshalb empfohlen, mit grösseren Öffnungen zu warten. Nachdem die Regierung trotzdem geöffnet hat, werde laut Ackermann nun die Frage sein, wie die Menschen damit umgehen. «Werden sie als Freipass interpretiert, jetzt nicht mehr vorsichtig sein zu müssen, halte ich die Gefahr für gross, dass die Fallzahlen wieder ansteigen.»

Hohe Fallzahlen würden bedeuten, dass es wieder zu mehr Hospitalisationen und Todesfällen komme, so der Biologe. Dies führe wiederum zu einer hohen Belastung im Gesundheitswesen. Zudem würden mehr Fälle von Long-Covid auftreten, welche alle Altersgruppen und auch Menschen mit milden Verläufen treffen könne. «Die jetzige Situation ist ein Wettlauf zwischen dem Anstieg von Neuinfektionen und der Durchimpfungsrate», sagt Ackermann. Steigen die Infektionen wieder schnell an, müsse man entschieden handeln.

Vor weiteren schnellen Öffnungsschritten, wie sie bereits gefordert werden, rät Ackermann ab. Jetzt gelte es, genau zu beobachten, ob das eingegangene Risiko nicht zu gross war. Bis der Effekt der Öffnungen sichtbar wird, dauert es drei Wochen. «Bevor man also über weiter gehende Schritte nachdenkt, sollten wir auf alle Fälle abwarten, ob die Strategie des Bundesrats bei den jetzt anstehenden Öffnungen aufgeht.»