Coronakrise
Öffnungsschritte des Bundesrats: Mehr Freiheit für Fussball, Konzerte, Terrassen – aber die Zahlen müssen deutlich besser werden

Der Bundesrat schlägt den Kantonen einen ganzen Strauss an möglichen Lockerungen vor. Gleichzeitig glaubt er aber selber nicht so recht daran, dass man diesen Schritt auch tatsächlich machen kann.

Reto Wattenhofer
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Sollte sich die Coronasituation entspannen, könnten auch Restaurantterrassen ab dem 22. März wieder öffnen. (Symbolbild)

Sollte sich die Coronasituation entspannen, könnten auch Restaurantterrassen ab dem 22. März wieder öffnen. (Symbolbild)

Keystone

Ursprünglich sollte hierzulande am 22. März der zweite Öffnungsschritt erfolgen. Nun vertagt der Bundesrat den Entscheid erstmals auf nächste Woche. Es sei kein optimaler Moment für weitere Öffnungen, erklärte Gesundheitsminister Alain Berset am Freitag vor den Medien. Die Fallzahlen würden wieder steigen «Wir müssen uns auf eine dritte Welle einstellen.» Laut Berset ist auch unklar, wie sich der erste Öffnungsschritt ausgewirkt habe.

Überraschend kommt der Entscheid nicht: Zu fragil präsentiert sich die epidemiologische Lage. Zudem sind drei von vier Richtwerten nicht erfüllt, die der Bundesrat im Hinblick auf den zweiten Lockerungsschritt selbst definiert. Einzig bei den Intensivstationen ist die Schwelle von 250 Coronapatienten unterschritten.

Plan für bessere Entwicklung

Wenn es die epidemiologische Lage erlaube, will der Bundesrat trotzdem etwas in der Hinterhand haben. Er schlägt den Kantonen als Diskussionsgrundlage eine Reihe von Lockerungsschritten vor. Definitiv entscheiden wird er nächste Woche. Bundespräsident Guy Parmelin versicherte, alle Optionen lägen auf dem Tisch.

So sollen ab dem 22. März wieder Veranstaltungen mit Publikum stattfinden können – etwa Fussballspiele, Konzerte, Theateraufführungen oder Kinos. Draussen gälte eine Obergrenze von 150 Personen. Drinnen wären 50 Besucher erlaubt. Zusätzlich gilt eine Beschränkung auf maximal ein Drittel der Kapazität des Veranstaltungsorts.

Bei Treffen im Familien- und Freundeskreis in Innenräumen schlägt der Bundesrat vor, die Obergrenze von 5 auf 10 Personen zu erhöhen. Es wird empfohlen, private Treffen weiterhin auf Personen aus wenigen Haushalten zu beschränken. Für private Treffen draussen gilt bereits heute eine Beschränkung auf 15 Personen.

Restaurantterrassen dürfen öffnen

Restaurants und Bars sollen ihre Terrassen wieder öffnen. Pro Tisch wären maximal vier Personen erlaubt. Zudem gälte eine Sitzpflicht und die Maske dürfte nur während der Konsumation abgelegt werden. Die wirtschaftliche Unterstützung der Gastrobetriebe wird fortgeführt und ist nicht abhängig davon, ob die Terrassen geöffnet werden können.

Öffentlich zugängliche Freizeit- und Unterhaltungsbetriebe sollen analog zu Läden und Museen ebenfalls wieder öffnen können. Damit wären auch Zoos und botanische Gärten wieder vollständig zugänglich. In Innenräumen müsste immer eine Maske getragen und der erforderliche Abstand eingehalten werden. Geschlossen bleiben sollen weiterhin der Innenbereich von Wellnessanlagen und Freizeitbädern.