BAG-Experten
Taskforce hält Lockerungsintervall von vier Wochen für sinnvoll

Die epidemiologische Lage ist zwar besser, aber die Fallzahlen gehen nicht mehr markant zurück. Die wissenschaftliche Taskforce plädiert dafür, vorsichtig zu sein mit den Öffnungsschritten.

Dario Pollice
Merken
Drucken
Teilen
Will Vorsicht bei den Lockerungsschritten walten lassen: Taskforce-Präsident Martin Ackermann. (Archivbild)

Will Vorsicht bei den Lockerungsschritten walten lassen: Taskforce-Präsident Martin Ackermann. (Archivbild)

Keystone

Seit Anfang November haben sich die Fallzahlen dreimal halbiert, wie der Präsident der Taskforce, Martin Ackermann, am Freitag vor den Medien ausführte. Dieser rückläufige Verlauf verlangsame sich nun aber. «Es ist eher eine Stagnation, als ein wirklicher Rückgang», sagte auch die Berner Kantonsärztin Linda Nartey. Tatsächlich zeigen die Daten des Bundesamts für Gesundheit (BAG), dass die Fallzahlen nicht mehr so deutlich abnehmen.

Gemäss Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle im Bundesamt für Gesundheit (BAG), haben bisher 221'000 Menschen zwei Impfdosen erhalten. Das seien noch zu wenig Geimpfte, um alles auf einen Schlag zu öffnen, fand Martin Ackermann:

«Es ist sinnvoll, nicht zu viele Öffnungsschritte aufs Mal zu machen. Die Taskforce hält einen Intervall von 4 Wochen zwischen den Lockerungsschritten für sinnvoll.»

Damit spricht sich die wissenschaftliche Taskforce für eine langsamere Gangart bei den Öffnungen aus als der Bundesrat. Dieser hat am Mittwoch einen ersten Lockerungsschritt per 1. März angekündigt. Wenn es die Situation erlaubt, sollen dann die nächsten Öffnungen am 22. März erfolgen, also innerhalb von drei Wochen.

Britische Virusvariante nimmt laufend zu

Nebst den stagnierenden Fallzahlen zeigt sich laut den Experten der Taskforce zudem ein weiterer Trend: Die bisher dominierenden Virustypen nehmen ab, während die neuen Mutationen zunehmen, vor allem die britische Variante B.1.1.7. «Wir erwarten, dass B.1.1.7 bald die Mehrheit aller Infektionen ausmacht», sagte Martin Ackermann. Diese Variante sei um 50 Prozent ansteckender.

Virginie Masserey sprach auch die psychische Gesundheit an, die mit dem Fortdauern der Pandemie hart auf die Probe gestellt werden. Um so erfreulicher sei es, so die BAG-Expertin, dass der Bundesrat spezifisch Erleichterungen für Jugendliche unter 20 Jahren im Sport- und Kulturbereich beschlossen hat.

Die Leiterin der Sektion Infektionskontrolle unterstrich abermals das Ziel, bis im Sommer alle zu impfen, die dies wünschen. «Unseren Prognosen zufolge sollten wir bereits im März und April mehr impfen können», sagte Masserey weiter. Mit Verweis auf laufende Verhandlungen, machte sie keine Äusserungen dazu, ob die Schweiz kurz davor stehe, einen Vertrag mit Johnson & Johnson über einen weiteren Impfstoff abzuschliessen.