Asylpolitik
Schweiz stoppt Rückführungen nach Afghanistan

Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich dramatisch verschlechtert. Deshalb stoppt das Staatssekretariat für Migration die Ausschaffungen in das Land bis auf weiteres.

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Mit dem Vorrücken der Taliban hat sich die Sicherheitslage in Afghanistan verschlechtert. (Symbolbild)

Mit dem Vorrücken der Taliban hat sich die Sicherheitslage in Afghanistan verschlechtert. (Symbolbild)

Keystone

Die radikalislamistischen Taliban erobern seit Wochen immer weitere Teile Afghanistans und rücken näher an die Hauptstadt Kabul vor. Mit Blick auf die sich verschlechternde Sicherheitslage und dem Anstieg von zivilen Opfern sowie von Flüchtenden hat sich die UNO jüngst «extrem besorgt» gezeigt. Nun hat das Staatssekretariat für Migration (SEM) reagiert. Wie es auf dem Kurznachrichtendienst Twitter hiess, werden Rückführungen bis auf weiteres ausgesetzt und keine neuen Wegweisungen nach Afghanistan verfügt. Einzig bei straffälligen Personen gehen die Vorbereitungen für Ausschaffungen weiter.

Die Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH) hatte zuvor einen sofortigen Rückführungsstopp von abgewiesenen Asylsuchenden nach Afghanistan gefordert. Aus Sicht der SFH ist es unzumutbar, «Menschen in ein Kriegsgebiet zurückzuschicken», wie sie in einer Mitteilung schreibt. Derzeit befänden sich 170 ausreisepflichtige Asylsuchende aus Afghanistan in der Schweiz. Auch Deutschland hat kürzlich beschlossen, Rückführungen nach Afghanistan zu sistieren.

Die Schweiz sollte darüber hinaus Familienangehörigen von Afghaninnen und Afghanen Asyl oder erleichterte humanitäre Visa gewähren, so die Forderung der SFH. (dpo/agl)

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