Leserbrief
Wie politische Sprache wirkt

Zum Thema Sparen im Kanton Zug

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Für mich ist es sehr interessant, in der angelaufenen Wahlkampfphase in verschiedenen Medien Beiträge über das Wirken von Parteien zu lesen. Naturgemäss entdeckt man immer wieder interessante Beispiele von «Politischem Framing» (Politische Einrahmung). In der Kommunikationswissenschaft wird unter Framing ein Prozess verstanden, mit welchem gezielt mittels Sprache eine (allenfalls moralische) Wertung einer Handlungsweise erzielt werden soll. Man könnte viele Beispiele aufzählen.

Mehrmals aufgefallen ist mir, dass im Zusammenhang mit den Spardiskussionen im Zuger Kantonsrat von «ideologisch gefärbten Sparvoten» der Bürgerlichen die Rede war. Ich fragte mich, wie ideologisch in einem Kanton, welcher noch vor kurzer Zeit mit einem Verlust von mehr als 170 Millionen Franken konfrontiert war, eine Spardiskussion überhaupt noch sein kann. Sparen ist zu einer dringenden Notwendigkeit geworden. Es geht nicht mehr um die Umsetzung einer Ideologie. Wollte ich politisches Framing betreiben, würde ich von staatspolitisch besonders verantwortungsvollen Bürgerlichen sprechen. Sie sorgen nämlich massgebend für eine Gesundung der Finanzen, was uns nachhaltig auch die Sicherung der Sozialwerke ermöglicht.

Beat Unternährer, Kantonsrat FDP, Hünenberg See

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