Leserbrief
Widerstand gegen Herdenschutzhunde bremst Schäfer aus

Zur eidgenössischen Abstimmung über das Jagdgesetz am 27. September

Drucken
Teilen

Schafe zu halten ist nicht mein Hobby, es ist mein Beruf. Im Winter bin ich mit einer Wanderherde im Luzernbiet unterwegs, im Sommer bestosse ich eine Alp im Urnerland. Ich liebe meine Tiere, kenne ihren Rhythmus und ihre Vorliebe für saftiges Gras. Ich weiss aber auch, dass sie irgendwann als wertvolles Lebensmittel auf einem Teller enden. Sie sichern damit meine Existenz und die meiner Familie. In der Abgeschiedenheit der Alpen, können Naturgefahren ihren Tribut fordern. Dazu gehört, dass sich auch mal der Wolf ein Schaf holt. Damit muss ich leben. Erdrückender wird es dann, wenn er sich an diese Beute gewöhnt, regelmässig die Alp heimsucht oder in seinem von der Natur gegebenen «Jagdrausch» gleich mehrere Tiere reisst. Dann tut’s weh und Unverständnis kommt auf.

Als Tierhalter übernehme ich Verantwortung, um meine Tiere möglichst vor Grossraubwild zu schützen, indem mein Alpbetrieb durch einen Mitarbeiter ständig behirtet ist. Und eigentlich möchte ich auch, dass Herdenschutzhunde mit den Schafen mitlaufen. Etwas, das jedoch oft nicht möglich ist, da sich in touristisch stark frequentierten Gebirgsregionen Widerstand gegen Herdenschutzhunde regt.

Mein Anspruch an die Gesellschaft: Auch sie soll Verantwortung übernehmen. Indem sie dafür sorgt, dass der Wolf «wild» bleibt! Damit diese Tiere so gelenkt werden, dass sie Siedlungen und Nutztieren fernbleiben und sich auf ihre bevorzugte Beute, das Rotwild, konzentrieren. Für ein verträglicheres Nebeneinander! Mit einem Ja zum neuen Jagdgesetz können sich Stimmbürgerinnen und Stimmbürger am 27. September dieser Verantwortung stellen. Danke.

Ernst Vogel, Landwirt und Schäfer, Schwarzenberg

Aktuelle Nachrichten