Leserbrief
Warum es «Guuggenmusig» heisst und nicht «Guggenmusig»

«Sprechen Sie Fasnacht?», Ausgabe vom 28. Februar

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Die Doppelseite «Sprechen Sie Fasnacht?» war der Schmudo-Hammer! Tolle Grafiken, aufschlussreiche Begriffserklärung für alle Fasnächtler und Nichtfasnächtler. Preisverdächtig. Was mich richtig freut: Hier wird die «Guugge» (oder das «Guuggi») korrekt geschrieben – keine Selbstverständlichkeit! Auch wenn sich diese Zeitung meist an diese Schreibweise hält, hab ich auch hier vor nicht allzu langer Zeit in einer Überschrift – wie sonst eben so oft – von der «Guggenmusig» gelesen. Eigentlich nicht wirklich wichtig, aber eben falsch. Warum? Weil eine «Gugge» als baseldeutscher Ausdruck einen Sack oder eine Tüte bezeichnet. Und nicht ein lautes Blechblasinstrument. Demnach wäre eine «Guggenmusig» eben eine Sackmusik. Wobei es bei der Tüte schon wieder heikel wird, weil man bei uns «tüütet», wenn man laut ins Horn bläst. Wäre demzufolge vielleicht noch nützlich gewesen, wenn hier auch von der «Guuggenmusig» zu lesen gewesen wäre. Weil da landauf, landab mit «Guggenmusigen» und «Guggenmusiken» Schindluderei getrieben wird. Und da stolpere ich gleich noch über den Ausdruck «Usgüüglete» auf ihrer grandiosen Doppelseite. Ich meine aber, das müsste «Usgüügglete» heissen (mit zwei «g» geschrieben), weil es eben um die «Guuggen» geht. Auch der Trompeter wäre dann ein «Güüggler» und nicht, wie von Ihnen geschrieben, ein «Güügler».

Spitzfindig? Nicht unbedingt! Weil «güüglen» (oder «güügelen») etwas ganz anderes bedeutet und eine Tätigkeit beschreibt, die damit zu tun hat, dass jemand etwas zu tief ins Glas schaut. Was ja an der Fasnacht auch vorkommen soll.

Guido Gallati, Schwarzenberg

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