Leserbrief
Panoramastrecke soll touristische Attraktion werden

«Bergstrecke soll touristisch belebt werden», Ausgabe vom 1. Juli

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Den Organisatoren des Podiums über die Zukunft Gotthard-Bergstrecke ist ein Kränzchen zu winden, das Thema wieder aufzugreifen. 2014 setzte der Bundesrat mit der Antwort auf das Postulat Isidor Baumann ein positives Zeichen. Der Bundesrat bekräftigte, dass die Strecke weiter betrieben werden soll. Auf Anstoss der Arbeitsgruppe Industriekultur Icomos kam der Bundesrat zudem zum Schluss, dass die Strecke als Unesco-Welterbe qualifizieren könnte und die SBB nichts unternehmen dürfen, das eine Eingabe beeinträchtigt. Eine wichtige Bedingung des Bundes war, dass die Strecke weiterhin zur Erschliessung der Region dient und zur touristischen Attraktion wird.

Die SBB wollen die Strecke doppelspurig erhalten, in die Sanierung des Scheiteltunnels investieren und verkünden, dass sie die Strecke als Ausweichstrecke auch selber brauchen. Die Zusammenarbeit der SBB mit der SOB verspricht eine grössere Auslastung und bessere Vermarktung. Wichtig ist eine Investition in eine direkte und kundenfreundliche Verbindung von Göschenen auf den Oberalp und ins Goms. Diese würden die Frequenzen der Verbindung bis Göschenen stärken und das Parkplatzproblem lindern. Der Kanton setzt mit seiner finanziellen Unterstützung erste Zeichen touristische Angebote, wie www.tunnel-erlebnis.ch zu ermöglichen. Dass die Strecke jemals Gewinn bringend betrieben werden kann, ist fraglich.

Die Gotthard-Bergstrecke als wichtigstes Denkmal der Schweiz der letzten 150 Jahre gehört erhalten und darf auch etwas kosten. Beim Basler Münster und bei den drei Schlössern in Bellinzona fragt niemand, ob diese Gewinn abwerfen. Die SBB nennen die Strecke Gotthard-Panoramastrecke. Damit wird das Ziel treffend formuliert. Im Moment befindet sich die Entwicklung des Tourismus um die Gotthardlinie noch am Berg. Ich hoffe die Tessiner, die Urner, die Schweiz, die SBB und die SOB mit ihren kupferfarbenen komfortablen Zügen raufen sich zusammen, um den Panoramagipfel zu erreichen.

Kilian T. Elsasser, Luzern, Präsident Verband Industriekultur und Technikgeschichte Schweiz Vintes

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