Leserbrief
Nach dem Nein zur Zersiedelungsinitiative

«Streit um Raumplanung geht weiter», Ausgabe vom 11. Februar

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Eine Kollegin, die eigentlich links denkt und wählt, hat mir vor der Abstimmung gesagt, sie wolle die Zersiedelungsinitiative nicht unterstützen. Das Motto «Unseren Boden schützen» hat sie verärgert:

«Sind wir jetzt wieder bei Blut und Boden angelangt?».

«Zersiedelungsinitiative – schützen wir unseren Boden!», hiess es in der Kommunikation. Oder «unsere eigene Lebensqualität» bewahren. Wenn man von «unserem» und vom «eigenen» spricht, schliesst man damit nicht die anderen und das andere aus? Zumindest spielt man damit. Solche Botschaften kommen nicht bei allen weltoffenen, sozial und ökologisch denkenden Menschen gut an. Fast 70 Prozent der Zuger Stimmberechtigten haben die Initiative bachab geschickt. Das ist schade. Denn das Anliegen an sich war berechtigt. Dass es auch anders geht, haben die Chamer Stimmberechtigten gezeigt. Sie haben nämlich gegen die Zersiedelung und für die Bewahrung von Grünflächen gestimmt, indem sie das Referendum der SP und des Vereins Mehr Wert Cham unterstützt haben. Eine grünsoziale Politik ohne solche braunen Untertöne, wie sie etwa die Ecopop bewirtschaftet, ist also möglich. Die Zersiedelungsinitiative lief ganz am Anfang unter dem Motto:

«Raumplanung statt Rassismus». Schade, dass diese Linie nicht bis zum Schluss konsequent durchgehalten wurde. Auch bei Umweltthemen sollten wir keine Spaltungen betreiben.

Rupan Sivaganesan, SP-Kantonsrat, Zug

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