Leserbrief
Ein Mann sagt, was in und wohin China geht

«Scharfe Kritik an chinesischer IT», Ausgabe vom 2. Februar

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Wenn der Mensch will, dass sich das Geld «vermehrt», wird alles andere ausgeblendet. Das für unseren «Wohlstand»? Und genau das macht der Pressesprecher von Huawei, Felix Kramer, wenn er sagt, «das Huawei eine Aktiengesellschaft» sei! Nur, wem gehören diese Aktien genau? Ren Zengfei, ehemaliger chinesischer Offizier, Gründer von Huawei, kontrolliert 1,4 Prozent der Anteile. Die restlichen Anteile sollen sich auf etwa 65 000 Mitarbeiter verteilen.

Was in China geht oder nicht, liegt zurzeit in der Hand eines einzelnen Mannes. Das ist Staatspräsident Xi Jinping, der auch, und das ist noch viel wichtiger, gleichzeitig Parteichef der Kommunistischen Partei (KP) ist. Da Huawei chinesisch ist, wird auch Parteichef Xi Jinping dort das Sagen haben. Aktiengesellschaft hin oder her. Vor kurzer Zeit wurde ein Gesetz in Kraft gesetzt, das Xi Jinping zu Lebzeiten an der Macht hält.

Wer sich China etwas genauer ansieht, weiss, wie es dort läuft. Alle und das sind 1,4 Milliarden Chinesen, werden vom Staat überwacht und kontrolliert. Wer gegen die Partei (KP) arbeitet, wird sofort sanktioniert. Seit Xi Jinping an der Macht ist, wird der Fokus stark ins Ausland gerichtet. Mit künstlicher Intelligenz (KI), der «neuen Seidenstrasse» usw. will Xi Jinping die Welt «erobern»! So ist auch Huawei ein Rad im Getriebe der chinesischen Maschinerie.

Um sich ein Bild des heutigen Chinas zu machen, empfehle ich jedem das Buch «Die Neuerfindung der Diktatur», von Kai Strittmatter. Seit 1997 arbeitet Strittmatter in China für die Süddeutsche Zeitung und gilt als einer der besten China Kennern von Deutschland. Es ist ja nicht so, dass nur Huawei, respektive China Interesse an Daten und Informationen aus der ganzen Welt hat.

Aber der Führungsstil von China und wohin Xi Jinping will, regt extrem zum Nachdenken an. Leider «regiert» Geld die Welt, und viel Wichtigeres im Leben wird mit Füssen getreten und gar nicht mehr wahrgenommen.

Martin Iten-Iten, Alosen