Leserbrief
«Der Schutz der Biodiversität muss oberstes Ziel sein»

«Rigi-Petitionäre kritisieren Dumpingpreise für Asiaten und Eingriff in Landschaft scharf», Ausgabe vom 19. April

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Der Affront für viele Schweizer Rigi-Besucher ist, dass Pauschalreisende für ein Rigi-Gipfelerlebnis in der aktuellen «absolut ruinösen» Situation «Dumpingpreise von 10 bis 15 Franken» bezahlen. Dies bestätigte der CEO der Jungfraubahnen, Urs Kessler, auf SRF «10vor10» am 13.12.18. Die Dumpingpreise, welche Tour Operators aus Asien und Übersee bezahlen, basieren auf einem Geschäftsmodell, das desaströs ist und auch ökologisch nicht mehr zu verantworten ist.

Deshalb fordert die Bevölkerung mit der 2. Rigi-Petition ein glaubwürdiges Marketing und den Verzicht auf den globalen Billigtourismus. Darüber stimmen die Aktionäre der Rigibahnen an der Generalversammlung vom 14. Mai 2020 ab. Von «(unerwünschten) Billigtouristen» haben wir nie gesprochen, wie Dr. iur. Thomas Ineichen dies im Leserbrief vom 9. Mai in dieser Zeitung unterstellt.

Am 17. März 2020 kritisierten der Landschaftsschutz Schweiz, Pro Natura Luzern, WWF LU-ZG-UW-UR, Bird Life Luzern, Landschaftsschutzverband Vierwaldstättersee, Innerschweizer Heimatschutz sowie die Pro Rigi den Bau der Gondelbahn und lehnten eine Beeinträchtigung «geschützter, seltener und sensibler Lebensräume» und des Weggiser Schutzwalds «strikt ab». Die über 2700 Unterzeichnenden der 2. Rigi- Petition stehen hinter der Kritik der Schutzverbände. Wir fordern, dass der Schutz der Biodiversität oberstes Ziel sein muss.Persönlichkeiten wie Tony Reis und Emil Steinberger haben die Petition unterzeichnet. Diese fordert, dass vom schonungslosen Eingriff in die geschützte Landschaft abzusehen ist. Denn der Bau einer Gondelbahn mit elf Masten hat eine vom Vierwaldstättersee aus gut sichtbare «Wöschhänki» zur Folge.

Neben dem Schutz der Landschaft geht es um den Schutz der Natur bzw. die drohende Beschädigung des Weggiser Chilewalds. Die Unterstellung, dass es bei der von breiten Bevölkerungskreisen getragenen Kritik «eher um oder gegen die Organe der Bahngesellschaft geht», entbehrt jeglicher Grundlage und zielt ins Leere.

René Stettler, Rigi Kaltbad, Dr. phil.