Leserbrief
Das Luzerner Theater ohne eigenes Ensemble ist wie die Swisspor-Arena ohne FCL

«Künftig nur Gastspiele am Theater?», Ausgabe vom 12. Juni

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Der neue Spielplan des Luzerner Theaters geht eindrücklich, und zwar spartenübergreifend auf spannende lokale Bezüge ein, lotet Möglichkeiten partnerschaftlicher Kooperationen mit verschiedenen Örtlichkeiten und Organisationen aus und inszeniert so authentisches und identitätsstiftendes Theater. Dieses Ausbrechen aus gängigen Denkmustern und Kategorien enthüllt die Sichtweise auf die Produktionen des Luzerner Theaters und unterstreicht damit die fruchtbare Zusammenarbeit mit lokalen Partnern.

Dies alles wäre mit einem reinen Gastspielbetrieb nicht realisierbar. Eine Motion fordert die Prüfung von verschiedenen Betriebsmodellen, unter anderem auch das in Winterthur seit einiger Zeit gelebte Gastspielmodell.

Der neue Spielplan des Hauses an der Reuss zeigt eindeutig: Wir brauchen ein eigenes Ensemble für alle drei Sparten, um kein simpler Aufführungsort ohne eigene Identität zu werden. Nutzen wir als international anerkannte Musik-, Kultur- und Theaterstadt das kreative Potenzial, nutzen wir das von Benedikt von Peter vorgelebte Ausscheren in «offene Räume».

So wird auch ein Fussballstadion zur Bühne. Was für ein erfreulicher und überraschender Ausblick, das Luzerner Theater profiliert sich als unverwechselbare und zukunftsorientierte Institution und erreicht so internationale Anerkennung. Hopp Lozärn!

Oskar Vonmoos, Luzern

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