Persönlich
«Kein Verzehr, liebe Fahrgäste»

Balz Bruder
Balz Bruder
Merken
Drucken
Teilen

Andrea Stalder

Was man so alles entdeckt, wenn man unterwegs ist. Nein, für einmal nicht mit der Eisenbahn, sondern auf dem Schiff. Was keine Selbstverständlichkeit ist, weil es am Bodensee beispielsweise doch eine ganze Weile dauerte, bis wieder ein regulärer Fahrplan in Kraft trat. Die Grenzen und die unterschiedlichen Regeln im Umgang mit der Pandemie scheinen das Ganze nicht unbedingt einfacher gemacht zu haben.

Wie dem auch sei: Es tuckert jetzt wieder. Doch mit der Gastronomie ist es noch nicht überall weit her. Da war doch jüngst zu lesen: «Liebe Fahrgäste, hier gilt permanente Maskenpflicht. Kein Verzehr erlaubt.» Eine klare Ansage im Bordrestaurant, das selbstredend nicht in Betrieb war, was ich mit trockener Kehle und Loch im Bauch durchaus bedauerte.

Also blieb mir nichts anderes als Sinnieren übrig. Und weil ich nichts zwischen den Zähnen hatte, nahm ich statt eines Pouletbeins halt den Satz, der mir dargeboten wurde, auseinander. Ausmündend in die Erkenntnis, dass mit dem Verzehrverbot vielleicht nicht einmal das Essen eines belegten Brotes gemeint sein könnte, sondern der Verzehr der Maske, die nicht vom Gesicht genommen werden durfte. Was dann wieder, liebe deutsche Freunde, ganz und gar sinnvoll wäre.