Persönlich
Ein Drive-in wie ein Autokino

Balz Bruder
Balz Bruder
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In Solothurn möglich: Impfen im Auto. (Themenbild)

In Solothurn möglich: Impfen im Auto. (Themenbild)

Vadim Ghirda / AP

Es war wirklich höchste Zeit. Höchste Zeit, dass die Diskussion über die Impfprivilegien, die bei genauerer Betrachtung keine sind, ein Ende fand. Doch kaum ist die Sache geklärt, kommen neue Zweifel auf. Nun, da im Solothurnischen landesweit die ersten Drive-in-Impfzentren in Betrieb genommen werden sollen, stellen sich abermals Fragen.

Nein, natürlich nicht für die Autofahrerinnen und Autofahrer. Sie fahren rein, lassen sich impfen und fahren raus. So wie es Einkaufszentren seit Jahren und Jahrzehnten propagieren. Mit dem Unterschied, dass die Menschen daselbst nicht auf Impfungen, sondern auf Konsum von Gütern des täglichen Bedarfs aus sind.

Doch was ist mit jenen, die mit dem öffentlichen Verkehr unterwegs sind? Aus ideologischen Gründen? Oder in Ermangelung eines Führerausweises? Eine berechtigte Frage. Umso mehr, als wir Unmotorisierten spätestens seit 1933 deprivilegiert sind. Damals öffnete in New Jersey das erste Autokino. Eine Sache ausschliesslich für Menschen mit fahrbarem Untersatz. Zugegeben, die kultigen Autokinos sind etwas aus der Mode gekommen. Und das hoffe ich auch für die Impf-Drive-ins. Mögen sie zum Zeitpunkt verschwinden, da alle Autofahrer durchgeimpft sein werden. Es braucht keinen neuen Kult.