Persönlich
Die kleine ÖV-Logik

Balz Bruder
Balz Bruder
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Regelmässige Leserinnen und Leser dieser Spalte wissen: Der Schreibende ist ein Verfechter des öffentlichen Verkehrs. Und hält dabei nicht zuletzt die Bundesbahnen hoch. Auch wenn sie immer wieder Anlass zu Ärger und Verdruss geben. Aber das ist in einer derart innigen Beziehung, wie ich sie mit der Eisenbahn pflege, wohl nicht zu vermeiden.

Gestern jedenfalls machte mir die Liaison mit den SBB keine Freude. Noch im Heitersberg erreichte mich die Kunde, vor dem Zug stehe ein anderer – und der habe ein Problem. Weiterfahrt auf unbestimmte Zeit vertagt. Dann ging es doch schneller vorwärts als geplant. Doch über der Reuss in Mellingen wurde verkündet, der Zug fahre nur bis Lenzburg. Aarau werde nicht bedient. Umsteigen und warten sei angesagt.

Zum Glück bin ich als Bahnkunde nicht verpflichtet, nachvollziehen zu können, weshalb eine zehnminütige Verspätung für das vorzeitige Ende der Zugfahrt verantwortlich ist. Aber ich muss, ob ich will oder nicht, die Folgen tragen. Und die waren: Mit ein paar Dutzend weiteren Gestrandeten auf dem engen und zugigen Lenzburger Bahnhof zwanzig Minuten auf die nächste Verbindung hoffen. Und dies bei Wind und Wetter.

Dafür fuhr der Bus in Aarau pünktlich. Und meine kleine Welt war versöhnt mit sich und dem ÖV.