Kommentar
Ein Hoch auf die Berufsausbildung

Mit Veranstaltungen wie «IBLive» und «Nacht der Solothurner Industrie» bemüht sich die Solothurner Wirtschaft ideenreich um künftige Lehrlinge.

Urs Mathys
Urs Mathys
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Im Rahmen der IBLive stellten auch Lernende der Schärer AG Zuchwil Interessierten ihre Berufe vor.

Im Rahmen der IBLive stellten auch Lernende der Schärer AG Zuchwil Interessierten ihre Berufe vor.

Rebekka Balzarini

Eltern wollen immer nur das Beste für ihre Kinder. Deshalb sind es nicht selten die Erzeuger, die alles daransetzen, dass Tochter oder Sohn ein Studium antreten, das ihnen zu einer akademischen Laufbahn und angemessenen Lebensper­spektiven verhelfen soll. Entsprechend fordern und fördern sie ihren Nachwuchs. Das ist in ganz vielen Fällen eine gute Idee, eröffnet doch ein Studium durchaus attraktive Wege in spannende Tätigkeitsfelder und in eine «gehobene» berufliche Zukunft.

Nun ist allerdings das – aus Sicht der Eltern – «Beste» nicht immer auch das Richtige für einen jungen Menschen: Falsche Erwartungen und Vorstellungen, Selbstüberschätzung oder missverstandene elterliche Karrieresteuerung führen mitunter zu abgebrochenen Studien, enttäuschten Eltern und frustrierten Stu­dienabbrecherinnen und Studienabbrechern, die irgendwann feststellen müssen, dass sie die vergangenen Jahre mit einer ihren Voraussetzungen angemessenen Berufslehre zielführender hätten nutzen können.

Umgekehrt können gleichzeitig Firmen ihre Lehrstellen selbst in attraktiven Tätigkeitsfeldern oft nur mit Mühe besetzen. Eine Tatsache, die gerade in Solothurn, im «Industriekanton im Grünen», den Fachkräftemangel zusehends noch verschärft. Die Solothurner Wirtschaft hat daraus die richtigen Lehren gezogen: Unter anderem mit aufwendig und attraktiv aufgezogenen Informationsveranstaltungen wie der «IBLive» oder der «Nacht der Solothurner Industrie». Hier boten und bieten die Firmen jungen Leuten auch in diesen Tagen wieder die Gelegenheit, die Vielfalt und Faszination technischer Berufe und die dort gebotenen Chancen kennen zu lernen. Das ist gut investiertes Geld, wie das Publikumsinte­resse und die daraus resultierenden Kontakte zeigen.

Kommt dazu, dass der «Start ins Leben» mit einer Berufslehre auch im Hinblick auf kommende Ausbildungsschritte heute keine Sackgasse mehr darstellt. Längst gibt es diesbezüglich gute und erprobte Wege für eine handfeste Berufsausbildung und ein begleitendes oder weiterführendes Studium. Und es sind nachweislich nicht die schlechtesten Kräfte eines Unternehmens, die beide Erfahrungen mit sich bringen.

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