Kommentar
Denken in luftiger Höhe hat es schwer

Balz Bruder
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Reto Grimm mit dem Modell einer Aare Gondel vor der Kulisse des Attisholz Areals.

Reto Grimm mit dem Modell einer Aare Gondel vor der Kulisse des Attisholz Areals.

Hanspeter Bärtschi

Nun, man mag geteilter Meinung sein darüber, ob es zwischen dem Attisholz und Solothurn eine Gondelbahn braucht oder nicht. Aber darum geht es hier nicht. Vielmehr stellt sich die Frage, wie es sich mit der Fähigkeit von unsereins verhält, sich mit neuen Ideen zu befassen. Solchen, die nicht dem Courant normal entsprechen. Solchen, die Bestehendes in Frage stellen. Solchen, die in die Zukunft weisen.

Gemessen an den Reaktionen auf den Vorschlag von Entrepreneur Reto Grimm muss man leider feststellen: Mit der Offenheit, das Unmögliche zu denken, um das Mögliche zu erreichen, ist es nicht allzu weit her. Die Bedenken der Naturschutzorganisationen sind gewiss nicht in den Wind zu schlagen, bewahre. Schon gar nicht in dieser Landschaft.

Doch der reflexartige «Aprilscherz»-Vorwurf verfängt gleichwohl nicht. Wie wäre es, wenn man die Nahverkehrssituation erst einmal analysierte und sie auf ihre Stärken und Schwächen abklopfte, bevor man ein a prima vista querstehendes, weil quergedachtes Projekt öffentlich versenkt? Es hat ja niemand behauptet, es löse die Probleme des motorisierten Individualverkehrs und des öffentlichen Verkehrs auf einen Schlag. Es war bloss in luftiger Höhe gedacht.