Polemik
Ich will gar nicht so lange zwitschern

In der Welt der sozialen Medien kündigt sich eine kleine Revolution an. Ganze 10 000 Zeichen lang darf künftig eine Meldung auf Twitter sein. Das will die US-Wirtschaftspostille «Wall Street Journal» erfahren haben.

Andreas Schaffner
Andreas Schaffner
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Twitter erwägt, sein Markenzeichen abzuschaffen: Die 140-Zeichen-Regel.

Twitter erwägt, sein Markenzeichen abzuschaffen: Die 140-Zeichen-Regel.

KEYSTONE/AP/RICHARD DREW

Heute liegt die Obergrenze bei 140 Zeichen, so viel wie ein SMS. Nun soll diese Grenze also fallen. Und wie. Zum Vergleich: Dieser Text ist total 1167 Zeichen lang. 140 Zeichen lang sind nur die ersten beiden Sätze.

Mit der Änderung soll Twitter für Werber und Neueinsteiger attraktiver werden. Viele Werbebotschaften lassen sich nicht auf 140 Zeichen reduzieren. Und viele Neulinge haben offenbar Mühe, sich kurz zu fassen. Mit der Änderung der Oberlänge der Texte würde das Medium seinen Charakter als Kurznachrichtendienst verlieren.

Ein Wort, ein Hashtag, eventuell ergänzt mit einem Bild. Wer mehr will, kann auf einen Link klicken, der meist mitgeliefert wird. Fertig das «Gezwitscher» – der sogenannter «Tweet». Damit soll nun Schluss sein. Vielleicht kommt Twitter sowieso zu spät mit der Ausweitung. Die junge und werberelevante Generation hat sich längst Instagram zugewandt – und dort spielen Texte keine Rolle mehr. Es geht nur um Bilder.