Pizza-Tour
Heisser Empfang in Ugento

Am Dienstag sind wir von unserem Strandhaus in Torre Lapillo in das Stadtdomizil unserer Freunde Margrit und Hansruedi in Ugento umgezogen. Obwohl die beiden in der Schweiz sind, war der Empfang hier heiss – in verschiedener Beziehung.

Martin Gysi
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Ugento

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Martin Gysi

Donnerstag 2. August. Eigentlich wollte ich gestern in diesem Blog ein paar Gedanken zum Nationalfeiertag aus der Sicht eines Schweizers im Ausland verfassen. «Bevor man sich eine Weltanschauung zurechtlegt, sollte man die Welt anschauen!» wäre das Credo gewesen. Aber eben, immer wenn man einen Satz mit «eigentlich» beginnt, weiss der Empfänger der Nachricht, dass man das, was folgt, dann doch nicht getan hat (Eigentlich wollte ich heute schwimmen gehen, aber das Wetter...).

Dass der 1.-August-Blog ausgeblieben ist, liegt am in dreifacher Hinsicht heissen Empfang hier in Ugento. Es sind zwei positive und ein eher dramatischer Aspekt.
Heiss ist es hier im wörtlichen Sinn. Obwohl sich das hiesige Klima wohl kaum beträchtlich von jenem von Torre Lapillo unterscheidet, empfindet man es wohl hier in der Stadt als heisser. Es fehlt die Meerbrise. Trotzdem: Prächtiges Sommerwetter bei um die 35°C.

Hitverdächtiges Feriendomizil

Absolut «heiss» ist aber auch das Feriendomizil, das uns hier zur Verfügung steht. Das Haus, das sich hinter einer banalen, hier üblichen Fassade versteckt - eine Mauer mit vier Türen - verdient eine kurze Beschreibung. Die zweite und die vierte Tür verdecken mannshohe Schlafzimmerfenster. Die dritte Tür führt über einen Korridor auf einen grossen, hübschen Innenhof mit Sitzplatz von dem aus die Schlaf- und Wohnräume mit ihren hier typischen hohen Kreuzrippen-Gewölbedecken erschlossen werden. Fast die ganze Hausbreite nimmt anschliessend ein grosser, kühler Garten mit unter anderem je einem Limetten-, Mispel- und einem ausladenden Feigenbaum ein, unter dem ich nun blogschreibend sitze. Ein Kräutergarten und je ein Oleander- und Bougainvilleastrauch vervollständigen die Farben- und Geruchsvielfalt des mit hohen Mauern und Drahtgeflechtzäunen abgeschlossenen Innenhofs.
Diese Beschreibung ist nicht ganz unwichtig, um auch den dritten Aspekt des «heissen Empfangs» zu verstehen.

Was steckt hinter der ersten Tür?

Die bisher nicht erwähnte erste, mit einem Malschloss gesicherte Tür auf dem Bild führt über eine steile Treppe aufs Dach. Dieses Malschloss war wohl der schwächste Punkt im «Sicherheitskonzept» des Hauses, in dem vor unserer Ankunft übrigens noch nie eingebrochen worden war! Gestern nun, an unserem Nationalfeiertag, benutzten ein oder wahrscheinlich zwei Einbrecher unsere Siesta nach der morgendlichen Trainings- und Erkundungstour zu einem ungebetenen Besuch - wohl in der Annahme, dass das Haus derzeit unbewohnt sei. Sie wuchteten besagtes Malschloss auf, stiegen aufs flache Dach und kletterten über die stufenweise niedriger werden Dächer von Wohnteil, Waschküche und Velounterstand in den Innenhof. Aufgeweckt durch die nicht ganz geräuschlose Invasion gingen wir nachschauen und vertrieben so den/die Dieb(e). Einzige Beute: Mein Velocompi, Wert ca. 160 Franken.

Ersatzbestellung, Malschloss ersetzen, Polizei benachrichtigen lassen, Rücksprache mit den Hausbesitzern nehmen, Schreck verarbeiten: Eigentlich wollte ich doch einen 1.-August-Blog schreiben...

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