Wintersport
Es braucht Masse und Klasse

Die Wintersport-Verantwortlichen haben Angst vor der Talfahrt nach dem Mindestkurs-Aus. Ihr Problem: Sie schielen zu fest auf die Klasse. Doch es braucht auch die Masse.

Andreas Schaffner
Andreas Schaffner
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Skifahrer in Saas Fee (Archivbild).

Skifahrer in Saas Fee (Archivbild).

Keystone

Die Swatch wurde am 1. März 1983 auf den Markt gebracht. Mit der Plastikuhr begann die Rettung der Schweizer Uhrenindustrie. Nicolas Hayek, zu jener Zeit CEO der Hayek Engineering, erhielt damals den Auftrag, eine Strategie für die Zukunft der beiden Gesellschaften zu entwickeln. Der visionäre Unternehmer schlug verschiedene Massnahmen vor: Dazu gehörte neben der Fusion von Konkurrenten die Lancierung einer Billig-Uhr – der Swatch. Der Rest ist Geschichte.

Was können wir für den Schweizer Tourismus daraus ableiten? Auch wenn die beiden Branchen nicht ganz vergleichbar sind. Es braucht beides. Masse und Klasse. Es reicht nicht, ein Luxus-Hotel nach dem anderen aus dem Boden zu stampfen und auf die feine Kundschaft – die Omegas oder Breguets dieser Welt – zu schielen. Die Mischung macht es aus. Auch der Mittelstand, namentlich der aus der Schweiz – die Swatch also – muss gewonnen werden. An diesem Credo hält übrigens der jetzige CEO der Swatch Group, Nick Hayek, eisern fest. Auch wenn ihm die Omegas aus den Händen gerissen werden.

Und noch etwas: Die Swatch kostete zu Beginn 50 Franken und war eine Design-Ikone. Das Gleiche wünschen wir uns für unsere Hotels und Bergbahnen in der 3-Sterne-Kategorie: Sammlerstücke zu einem fairen Preis. Erst die Krise führte dazu, dass die Uhrenindustrie kreativ wurde. Auf innovative Hotel-Unternehmer freuen wir uns schon jetzt.

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