Mein Leben im Dreiland
Erst auf den französischen Markt und dann zu den Autoren

Der Samstagsmarkt von Saint-Louis ist zwar nicht so geschleckt wie viele andere, aber dafür typisch französisch mit seiner Mischung aus kulinarischen Spezialitäten und billigen Texitilien. Danach bietet sich ein Besuch auf der grossen Buchmesse an.

Peter Schenk
Peter Schenk
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Buchfest «Foire du Livre» in Saint-Louis
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Dort stellen mehr als 40 Kunstbuch-Verleger ihre Werke aus.
Um die 250 Autoren kommen jedes Jahr und sitzen an Ständen, um ihre neuesten Bücher zu signieren und mit ihren Lesern ins Gespräch zu kommen.

Buchfest «Foire du Livre» in Saint-Louis

zvg

Den nächsten Samstag habe ich mir fest für einen Besuch in Basels südelsässischer Nachbarstadt Saint-Louis eingeplant. Neben dem wöchentlichen Markt findet das grosse Buchfest «Foire du Livre» statt, zusätzlich erstmals in dem modernen Museum «Fondation Fernet-Branca» mit einer Ausstellung von mehr als 40 Kunstbuch-Verlegern.

Der Markt findet jeden Samstag auf dem Place de l'Europe vom Morgen bis gegen 12/13 Uhr statt. Wie jeder fleissige Marktgänger habe ich meine Lieblingsstände. Gleich an der Ecke zum Restaurant/Brasserie de la Poste findet sich in einem Anhänger der grosse Käsestand «Aux Saveurs des Lys», wo ich mit Vorliebe die nicht ganz billigen, aber vorzüglichen, etwas scharfen Ziegenkäsli Petardon und Maconnais einkaufe. Günstiger, aber nicht minder gut, ist das Angebot der Eigenproduzenten vom Luppachhof im Sundgauer Dorf Bouxwiller, das sich zwei Stände weiter an einem kleinen Wägeli findet.

Frisches biologisch-dynamisches Gemüse kaufe ich gerne bei Faudet aus Village-Neuf, hier empfiehlt sich, nicht zu spät zu kommen, denn sonst ist ein Gutteil des Standes ausverkauft. In der Nähe bietet die Familie Hoffmann am kleinen Stand ihr feines Burabrot an. Neben Honig, Äpfel und Kuchen, Blumen und Bauernständen, Poulet, feinen Waren aus Italien und Essensständen finden sich Stände für Matratzen, Kleidung, Gürtel, Taschen und Ähnlichem. Der Markt ist nicht so schön wie der Erzeugermarkt von Lörrach, aber mir gefällt diese eigentümlich Mischung auch – irgendwie ist das Frankreich.

Nach meinen Einkäufen setze ich mich gerne noch in die erwähnte, typisch elsässische Beiz. Zum Frühstück darf man allerdings nicht zu spät kommen, ab 11.30 Uhr wird hier das Mittagessen serviert. Eine kleine Pause empfiehlt sich, um danach frisch gestärkt auf die Buchmesse zu gehen, die sich wenige Hundert Meter entfernt bei der Mairie befindet und am Samstag bereits um 10 Uhr beginnt (24.-26. April, Fr 14–20.30 Uhr, Sa 10–19 Uhr, So 10–18 Uhr).

Um die 250 Autoren kommen jedes Jahr auf die «Foire du Livre» und sitzen an Ständen, um ihre neuesten Bücher zu signieren und mit ihren Lesern ins Gespräch zu kommen. Französischkenntnisse sind von Vorteil, weil die allermeisten von ihnen ihre Werke auf Französisch verfassen. Nicht nur viele Autoren sind präsent. An anderen Ständen werden antiquarische Bücher angeboten, Geschichtsvereine stellen ihre Werke aus und die eine oder andere Stärkung wird angeboten. Auch Ausstellungen gibt es zu sehen. Das Buchfest findet dieses Jahr zum 32. Mal statt.

Das erste Mal hat die «Foire du Livre» mit Sabine Wespieser eine Verlegerin und mit Berlin eine europäische Stadt eingeladen. Neu ist auch der bereits erwähnte «Salon de l'édition et du livre d'art«, auf der über 40 Kunstbuchverleger sich in der alten Destillerie «Fondation Fernet Branca» zeigen werden. Sie findet sich rue du Ballon 2, parallel zur Buchmesse hinter den Bahngeleisen.

Ausserdem werden Literaturpreise verliehen und gibt es eine grosse Anzahl an Veranstaltungen und Diskussionen über die Entstehung eines Buches, Elsässer Autoren, die 70 Jahre der bekannten Krimiserie «Série Noire» oder am Samstagnachmittag um 14.30 Uhr eine Aufführung zum japanischen Kultautoren Murakami – eine Mischung aus Lesung und Buto-Tanz. Der Eintritt in die «Foire du Livre» und die Veranstaltungen ist wie immer gratis – am vollsten wird es oft Samstag- und Sonntagnachmittag. www.Foirelivre.com

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