Pfötli-Blog
Die leidige Sache mit der Geburtenkontrolle

Gerade bei Katzen wird - um ungewollten Nachwuchs zu vermeiden - der Natur einen Riegel vorgeschoben, indem die Büsis kastriert werden. Was aber bei kleinen Süsswasserfischen? Die vermehren sich nämlich auch sehr gern und zahlreich.

sho
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AZ

Hat ein Fisch Pfoten? Sicher nicht. Vielleicht fragt sich hier nun der eine oder andere Leser, was denn ein pfotenloses Tier im Pfötli-Blog zu suchen hat. Sehr viel, meine ich. Denn in unserem tierischen Daheim - aus dem ich ja regelmässig berichte - leben neben Büsis und Hunden noch das eine oder andere Haustier, welches es ebenfalls verdient hat, im Blog erwähnt zu werden.

Heute sind es eben meine Fische. Als ich das Aquarium vor einigen Jahren nur zu Hütezwecken übernommen habe, war ich mir nicht bewusst, wie viele Aufgaben und Entscheide mich künftig um die scheinbar stummen Schwimmgesellen beschäftigen werden.

Es stellte sich bald heraus, dass das Aquarium bei uns bleiben wird. Mit Nachfragen im Zoofachgeschäft und entsprechender Literatur machte ich mich ein wenig schlau. Wusste schon bald, dass zum Aquarium viel mehr gehört als „nur“ dessen schwimmende Bewohner. Wichtig ist neben der Wasserqualität, die Wahl und Pflege der Pflanzen. Je nach Fischen auch geeignete Verstecke. Und dann wären da noch die Pumpen, die Filter, die Beleuchtung, der Wärmestab und vieles mehr.

Bei allen Informationen blieb aber eine wichtige auf der Strecke. Nämlich die Fortpflanzung. Als eines Morgens plötzlich neben den bisher vier grossen Antennenwelse ganz viele, nur wenige Millimeter kleine Welsbabys im Wasser umherschwadderten, war für mich klar: Ich musste sie vor den gefrässigen anderen Fischen schützen. Ich hängte ein Babyzimmer ins Aquarium. Verbrachte Stunden damit, die winzigen Fischlein einzufangen, um sie dann in ihrem geschützten Kinderzimmer wieder schwimmen zu lassen.

Die Kleinen wuchsen ganz schnell. Schon nach kurzer Zeit waren sie mehrere Zentimeter gross. Weil das Becken mit mittlerweile an die 80 Antennenwelse (die grössten davon 12 bis 14 Zentimeter) zu klein war, kauften wir ein grösseres Aquarium. Bei der Beratung fragte mich der Verkäufer, was ich den für Fische habe. Ich zählte sie auf und nannte am Schluss die vielen Welse. Der Verkäufer blickte mich entgeistert an. Das gehe ja gar nicht. Ich hätte besser schauen müssen, die Kleinen rausnehmen oder sie nicht schützen sollen.

Tja, Geburtenkontrolle bei Fischen ist nicht mein Ding. Und die Jungfische irgendwo in einen Bach aussetzen oder noch schlimmer, die Toilette runterspülen, auch nicht. Jetzt beisse ich regelmässig die Zähne zusammen und putze in aufwendiger Prozedur das Aquarium und die Pumpen, wechsle einen Teil des Wassers. Wo so viele Fische leben, gibt es halt leider auch sehr viel Dreck im Wasser. Und wer hat schon gern ein schmutziges Zuhause? Meine Fische auf jeden Fall nicht.

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