Pfötli-Blog
Besucher in der Katzen-WG? Nein danke!

Manche Katzen stört es nicht, wenn fremde Menschen in „ihre“ Wohnung kommen. Mutzeli erzählt, weshalb sie das ganz und gar nicht mag.

Dagmar Heuberger
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Moritz

Moritz

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Grüezi, liebe Pfötli-Blog-Freunde. Hier sind wir wieder – Mutzeli, Max und Moritz. Unsere Zweibeinerin arbeitet endlich wieder. Und schreibt auch wieder in unserem Auftrag. Es wurde aber auch langsam Zeit. Schliesslich muss sie Geld verdienen. Wir hatten nämlich schon Angst, dass sie kein Futter mehr kaufen kann für uns.

Zugegeben: Es waren schöne Wochen. Meistens jedenfalls. Die Zweibeinerin hatte mehr Zeit, um mit uns zu spielen und uns zu streicheln. Allerdings gab es auch Unangenehmes. Einmal abgesehen davon, dass sie Moritz und mich zum Tierarzt schleppte – Moritz musste sogar noch ein zweites Mal hin und einen ganzen Tag dort bleiben! -, kamen während dieser Zeit viele mehr fremde Menschen in unsere Katzen-WG.

Es begann damit, dass an einem einzigen Abend mindestens 20 ihrer Zweibeiner-Freunde in der Wohnung herumlärmten. Sie behauptete, das müsse so sein, weil sie einen runden Geburtstag feierte. Als ob wir drei nicht ausgereicht hätten für eine wilde Party!

Leckerli und neue Spielsachen

Weiter gab es Zweibeiner, die nur kurz unsere Ruhe störten. Dafür umso heftiger. Die Zweibeinerin hatte es sich nämlich in den Kopf gesetzt, während ihrer langen Ferien alle kaputten Haushaltgeräte flicken zu lassen. Und dann kam auch noch eine andere Zweibeinerin, die drei Tage lang blieb und im Gästebett schlief, das eigentlich Moritz gehört. Ausserdem redete sie in einer komischen Sprache mit uns. Sie sagte zu uns Sachen wie: „Hello, sweetie!“ „Come on, catch it!“. Immerhin hat sie uns Leckerli mitgebracht, die wir bisher nicht kannten. Und Spielsachen.

Max und Moritz liessen sich davon natürlich beeindrucken. Sie waren zwar zuerst auch zurückhaltend. Aber als die fremde Zweibeinerin uns mit dem neuen Spielzeug lockte, machten sie begeistert mit.

Mit Max unter der Decke

Ich bin da viel, viel ängstlicher. Schon wenn die Hausglocke läutet, verkrieche ich mich unter die Bettdecke. Und da bleibe ich. Am Anfang leistet mir Max manchmal Gesellschaft. Und ich gestatte es ihm dann tatsächlich, zu mir unter die Decke zu kriechen. Normalerweise verteidige ich mein Revier ja heftig. Aber in Krisenzeiten muss man schliesslich zusammenhalten.

Bei Moritz ist es ähnlich. Auch er versteckt sich zuerst. Am liebsten unter dem Bett. Aber auch gerne ganz zuhinterst auf einem Wandschrank oder in der Höhle eines Kratzbaums. Doch die beiden halten das nie so lange aus wie ich. Dazu sind sie viel zu neugierig. Nach ein paar Stunden kriechen sie aus ihren Verstecken hervor und schleichen ganz vorsichtig ins Wohnzimmer. Von dort kommen dann erfreute und bewundernde Rufe der fremden Zweibeiner. „Ah, schau mal. Da sind sie! Die sind ja riesengross! Aber sag mal, du hast doch drei Katzen. Wo ist denn die dritte?“

Pah! Was die sich einbilden! Ich zeige mich nicht jedem und lasse mich auch nicht mit ein paar Spielsachen oder Leckerli bestechen.. Zuerst will ich wissen, was das für Menschen sind, die meine Zweibeinerin da in unsere Wohnung schleppt. Ich will wissen, wie ihre Stimmen klingen. Wie sie riechen. Wie sie sich bewegen. Ob sie Katzen mögen. Und erst wenn ich mir ganz sicher bin, dass es „gute“ Zweibeiner sind, lasse ich mich blicken. Das dauert normalerweise mindestens 24 Stunden. So viel Zeit muss sein, finde ich. Wenn die fremden Zweibeiner in der Zwischenzeit schon wieder weg sind – umso besser.