FC Grenchen
Zum bestmöglichen Zeitpunkt

Mike Rüetschli will als neuer FCG-Präsident die derzeitige Situation verbessern. Unter seiner Leitung könnte es wieder aufwärtsgehen.

Hans Peter Schläfli
Hans Peter Schläfli
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Mike Rüetschli

Mike Rüetschli

zvg

Der FC Grenchen, gegründet am 2. Juli 1906, ist am Tiefpunkt angelangt. «Hit rock bottom», also auf felsigem Grund aufschlagen, heisst das auf Englisch. Eigentlich kann es mit dem FCG, der viermal im Cupfinal stand und 1959 Schweizer Cupsieger wurde, jetzt nur noch aufwärtsgehen.

Nach Jahren der Misswirtschaft konnte vor einem Jahr nur dank der Fusion mit Wacker Grenchen der Bankrott abgewendet werden. Sportlich ging der freie Fall weiter. Nun sind die Dorfklubs aus Bellach, Welschenrohr und Deitingen die neuen Rivalen. «Ich habe lange überlegt, ob ich in dieser Situation FCG-Präsident werden will», sagt Mike Rüetschli. «Ich denke, jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um etwas Neues aufzubauen.» Recht hat er.

Der designierte FCG-Präsident versteht etwas von Fussball. Rüetschli spielte selber von 2003 bis 2005 beim FCG in der 1. Liga. Ein Lichtblick: In der Frühlingsrunde stand erstmals seit zwei Jahren wieder eine Mannschaft auf dem Rasen, die sich – trotz endloser Niederlagenserie – mit ihren Auftritten Respekt verdiente. Darauf kann der neue Trainer Roland Hasler, bekannt nach neun Jahren beim FC Solothurn, nun aufbauen. Gelingt es Mike Rüetschli, sich neben dem dominanten Charakter des kantigen Trainers zu behaupten und dessen unbändige Energie in konstruktive Bahnen zu lenken, kann es sportlich wieder aufwärtsgehen. Und Mike Rüetschli ist dank seinen guten Umgangsformen der Mann, der in Grenchen ein neues Fundament legen kann – auf dem Felsen, auf dem der FCG aufgeschlagen, aber nicht zerschellt ist.