Persönlich
Zügeln ist fast so schlimm wie ...

Balz Bruder
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Wer zügelt kann ein Unternehmen engagieren. (Themenbild)

Wer zügelt kann ein Unternehmen engagieren. (Themenbild)

Keystone/Gaetan Bally

Was man sich gemeinhin für Sorgen macht, wenn eine Züglete ansteht. Da türmt sich zunächst die bange Frage vor einem auf, ob man das alles in seiner Monstrosität überhaupt schafft. Oder ob man vor dem Verkleben der letzten Kiste kollabiert. Nicht zu reden von den prospektiven Schäden an den wenigen Dingen, die einem wirklich am Herzen liegen. Nicht zu reden von der wiederkehrenden Überlegung, wie es um Himmels willen möglich sein wird, das grosse schwere Büchergestell die beiden engen Treppen hinauf ins neue Heim zu hieven.

Wie sich in der Folge zuverlässig herausstellt, sind die Sorgen in aller Regel unbegründet. Und doch: Als mir am Samstag beim Warten auf den Zügelwagen ein lieber Fast-Nachbar über den Weg lief, gestand er mir frank und frei ein: «Zügeln kommt grad vor dem Sterben.» So schrecklich ist das Umziehen für ihn, dass die Steigerungsform der Tod ist.

Nun, so schlimm war es am Ende doch nicht. Die Zügelmänner machten einen grossartigen Job. Glaubhaft versicherten sie, eine derart strenge Fuhr hätten sie selten hinter sich gebracht. Was wohl stimmte. Worauf ich umgehend das Trinkgeld aufstockte. Verdientermassen: Es steht alles unbeschädigt am rechten Ort. Und eingeräumt sind die Habseligkeiten auch. Bilder und Lampen fehlen noch – aber was soll’s. Zuverlässig den Dienst verweigert bloss ein Gerät: der WLAN-Router eines Telekommunikationsanbieters. Normal, quasi, oder?

balz.bruder@chmedia.ch