Persönlich
Zu dünn

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Die PET-Haut der Mineralwasserflaschen ist im Laufe der Jahre stets dünner geworden.

Die PET-Haut der Mineralwasserflaschen ist im Laufe der Jahre stets dünner geworden.

zvg

Der Titel: irreführend. Nein, es geht nicht um Models, deren Bodymassindizes unter dem Wert 18 zu liegen kommen. Es geht um was ganz anderes. Erst um Rohlinge nämlich, die unter ohrenbetäubendem Lärm und Wärme zu PET-Flaschen aufgepustet werden, in die später auch Mineralwasser abgefüllt wird.

Ich weiss: Sie als Lesende sind sensibler als ich, auch haptisch hoch begabt, sozusagen. Sie können mit vollen Mineralwasserflaschen umgehen. Nicht so wie ich, der ich immer vergesse, dass die PET-Haut dieser Behältnisse im Laufe der Jahre stets dünner geworden ist (Preisminimierung, ich weiss) und kaum mehr eine Berührung erträgt. Darum knickt die Flasche beim Einschenken ein, das Innere schwappt über und breitet sich auf der Tischoberfläche aus. Das erinnert mich an meinen Physiklehrer, der stets betonte: «Wasser breitet sich horizontal aus.» Wie wahr.

Nun gut. Ich habe mich mit diesem PET-Phänomen abzufinden. Kürzlich aber, es muss im Anflug grossherzigen Gutglaubens geschehen sein, versuchte ich mich an einer Flasche Orangina. Weil mich wundernahm, wie das Zeug heute schmeckt. – Noch gleich, wie mir schien. Was mir aber auffiel: Der Physiklehrer hatte damals schon «zu dünn aufgetragen» und verschwiegen, dass sich auch Orangina immer horizontal ausbreitet.

urs.huber@chmedia.ch