Weissensteintunnel
Worten müssten längst Taten folgen

Hunderte äusserten sich in der Vernehmlassung zur Zukunft des Weissensteintunnels.

Urs Mathys
Urs Mathys
Drucken
Teilen
An Interesse an der Solothurn-Moutier-Bahn und dem Weissensteintunnel mangelt es nicht.

An Interesse an der Solothurn-Moutier-Bahn und dem Weissensteintunnel mangelt es nicht.

Hanspeter Bärtschi

Das zahlenmässige Echo ist mehr als beeindruckend: 320 Stellungnahmen von Personen und Organisationen gingen alleine beim Kanton Solothurn zur Zukunft des Weissenstein-Bahntunnels ein. Weitere meldeten sich unter anderen beim Kanton Bern. Der bislang bekannt gewordene Tenor lautet durchweg gleich: Der baufällige Tunnel des Moutier-Bähnlis soll saniert und für die Zukunft fit gemacht werden. Die 300 Mio. Franken, welche Tunnelsanierung und Erneuerung der Bahnstationen kosten sollen, seien sinnvoll und gut investiert.

In den teilweise sehr detaillierten Stellungnahmen werden verschiedenste Argumente ins Feld geführt: Die Palette reicht von regionalpolitischen Gründen (wie der Erreichbarkeit des hinteren Thals) über verkehrspolitische Argumente (Anbindung des Kantons Jura, mögliche Anknüpfung ans französische TGV-Netz) bis hin zu touristischen, ökologischen oder gar staatspolitischen Aspekten. Die Argumente sind – aus Sicht der Betroffenen – durchaus gewichtig.

Wenn denn der Zug zur Rettung der Bahnlinie in Bundesbern nicht eh schon längst abgefahren ist, stellt sich die Frage, wie weit man sich dort von diesem Aufschrei in der betroffenen Region wird beeindrucken lassen. Denn mehr als jedes Wehklagen und alle wortreichen Lippenbekenntnisse würden sowieso Taten bringen. Sprich: höhere Passagier-Frequenzen durch den Tunnel, von vor und von hinter dem Berg. Denn nur dieser zählbare Tatbeweis von Tunnelnutzerinnen und -nutzern ist es, was wirklich zählt – und zwar über die akute kritische Phase hinaus. Diese Gewissensfrage müssen sich alle «Fans» stellen: Singe ich nur ein populäres Loblied auf den Tunnel und die Bahn – oder nütze ich sie auch: Heute, morgen und übermorgen?

urs.mathys@azmedien.ch

Aktuelle Nachrichten