Persönlich
Wie auch immer: Wir arbeiten dran

Urs Moser
Urs Moser
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Haben wir Kurzarbeit oder arbeiten wir kurz?

Haben wir Kurzarbeit oder arbeiten wir kurz?

Keystone

Ein Redaktionskollege liess sich kürzlich an dieser Stelle darüber aus, dass wir im Sprachgebrauch dazu neigen, Banales zu dramatisieren. Sorry, Herr Kollege, da muss ich widersprechen. Zumindest im Politikersprech und im Slang der Wirtschaftsgewaltigen hat es im Gegenteil System, Dramatisches zu bagatellisieren, zu verniedlichen, schönzureden – besonders, wenn es ums Finanzielle geht.

Der Staatshaushalt rutscht in die roten Zahlen, das ist dann ein Aufwandüberschuss. Was für ein Wort, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Wir verpulvern Geld, das wir nicht haben, und sprechen dann von Überschuss, klingt doch ganz gut. Oder die Geschäfte laufen wie jetzt in der Coronakrise flächendeckend beschissen: Dann droht ein negatives Wirtschaftswachstum. Ja, okay, in die falsche Richtung, aber immerhin Wachstum, also macht euch keinen Kopf.

Apropos Coronakrise: Kurzarbeiten wir jetzt oder arbeiten wir kurz? Wohl eher – oder jedenfalls lieber – das Zweite. Kurzarbeiten, das hat so etwas Hartes, etwas von Kasernenton: Kurzarbeiten marsch! Ich arbeite dann mal kurz, tönt da doch schon ganz anders, schliesslich wollen wir es ja auch nicht übertreiben.

urs.moser@chmedia.ch

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