Granges Politiques
Weniger ist manchmal mehr

Grenchen sollte nicht nur die Wirtschaft fördern, sondern auch bei den Liegenschaften die Eigentümer für eine bessere Nutzung und Vermietung im Interesse der Öffentlichkeit überzeugen.

Andreas Kummer
Andreas Kummer
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Nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Stadt Grenchen sollte gefördert werden.

Nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Stadt Grenchen sollte gefördert werden.

Peter Brotschi

In der Wirtschaftsförderung hat sich in den letzten Jahren einiges getan, denken wir nur an den Neubau der Swatch an der Flughafenstrasse und die bevorstehende Ansiedlung eines bekannten Grossunternehmens an der Neckarsulmstrasse.

Solche grossen Projekte sind zwar sehr willkommen, führen aber auch zu Pendlerströmen und einer nicht zu unterschätzenden Anzahl von Niedriglohnbezügern, die tendenziell auch erhebliche Leistungen der öffentlichen Hand beanspruchen. Es gilt daher, sich nicht nur auf Grossprojekte zu konzentrieren, sondern auch zum Gewerbe und den kleineren und mittleren Unternehmen als Rückgrat unserer Wirtschaft und des öffentlichen Lebens Sorge zu tragen. Die zur Vermietung angebotenen leeren Ladenlokale im Stadtzentrum sind zwar nicht ein reines Grenchner Phänomen, aber mahnen uns umso mehr dazu, zu handeln.

Nebst der Wirtschaftsförderung hat die Stadt in den letzten Jahren das Standortmarketing kontinuierlich aufgebaut. Dieses hat aber einen schweren Stand, wenn es lediglich die Vorzüge Grenchens zwar anpreisen, aber keine eigenen Projekte zur Realisierung durchführen darf. Die KMU und das Gewerbe sorgen in nichtzu unterschätzendem Mass dafür, ob Grenchen als Wohn- und Einkaufsstandort attraktiv ist.

Dazu gehört auch die Erscheinung des Stadtzentrums als Visitenkarte für eine Stadt. Der damals erhoffte Effekt, dass der kühn gebaute, aber auch spärlich möblierte Märetplatz durch die Eigentümer der Liegenschaften belebt werden könnte, trat leider nicht ein. Besonders unrühmlich tut sich die Pensionskasse einer Schweizerischen Grossbank hervor, die eine ganze Liegenschaft an bester Lage während vieler Jahre leer stehen lässt.

Es wäre notwendig, dass die Stadt nicht nur bei der Industrie, sondern auch bei den Liegenschaften die Initiative ergreift, um die Eigentümer für eine bessere Nutzung und Vermietung im Interesse der Öffentlichkeit zu überzeugen. Was nützt sonst Wirtschaftsförderung, wenn damit nicht auch die Stadt gefördert wird?

Die Förderung der Vielfalt, das heisst von grossen und kleinen Betrieben unserer Stadt, ist unbedingt notwendig. Das kann nur gelingen, wenn die Bereiche Wirtschaftsförderung und Standortmarketing näher an die Bedürfnisse der Grenchnerinnen und Grenchner gerückt und dafür auch genügend Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.

Andreas Kummer, Rechtsanwalt und Notar, Fraktionschef CVP.