Granges politiques
Welche Lehren zieht Grenchen?

Konrad Schleiss
Konrad Schleiss
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Welche Lehren zieht Grenchen aus vergangenen Verkehrsproblemen? (Archivbild/Symbolbild)

Welche Lehren zieht Grenchen aus vergangenen Verkehrsproblemen? (Archivbild/Symbolbild)

KEYSTONE/URS FLUEELER

Vor 50 Jahren hatten wir ein Verkehrsproblem am Jurasüdfuss. Die Lösung wurde in einer Autobahn von Luterbach bis Biel gefunden. Dabei gab es verschiedene Interessenkonflikte. In dieser Ausgangslage haben die Gemeinden und Kantone den Verein Regionalplanung im Raume Grenchen Büren (REPLA GB) gegründet: er sollte unter den betroffenen Gemeinden in den Kantonen Bern und Solothurn Lösungsansätze entwickeln.

Rund 25 Jahre später wurde die Autobahn in Betrieb genommen und niemand wünscht sich mehr die alte Verkehrssituation zurück.

Trotz der Autobahn haben wir aber weiterhin Verkehrsprobleme zu Hauf: etwa der Morgenstau von der Autobahnausfahrt Grenchen Richtung Osten und ab 16 Uhr in der Gegenrichtung. Wer für seine Geschäftsaktivitäten auf eine effiziente Verkehrsanbindung angewiesen ist, ist damit nicht zufrieden.

Mit Hilfe von GPS oder aus Ortskenntnis nehmen «Stau-müde» Automobilisten Umfahrungen. Nicht ganz überraschend wettert Lengnau über die vielen Autos mit SO-Schildern. Aber auch die Industriebetriebe in Bettlach und Selzach leiden unter den Staufolgen. Nicht zuletzt können unsere BGU-Busse aus und nach Arch / Büren in den Staustunden die Fahrpläne nicht einhalten, was wieder unzufriedene Kunden hinterlässt.

In unserer Ortsplanungsrevision müssen wir Siedlung und Verkehr aufeinander abstimmen, aber diese Arbeit ist an Gemeindegrenzen gebunden: Grenchen nur die Siedlungsfläche in ihrem Perimeter, die Nachbargemeinden tun das für ihre Flächen, etc. Die Kantonsstrassen werden unter Kantonshoheit und die Autobahnen und die Bahnlinien unter Bundeshoheit geplant. Und der Verkehr: ja der rollt über alle Planungsgrenzen hinweg!!

Im Kommunalmagazin heisst es dazu: «Verkehrslawine überrollt die Agglomerationen». Daraus lernen wir: Verkehr lässt sich nur regional beeinflussen, wird er an einer Stelle blockiert, sucht er sich Umwege.

Leider hat die Grenchner Politik das Verkehrs- und Siedlungskonzept von 2008 der REPLA GB kaum beachtet. Darin wurde die heutige Verkehrssituation korrekt vorausgesagt und mit strategischen Ansätzen unterlegt.

Als Lösungsansatz haben wir uns in den letzten Jahren für ein Agglomerationsprogramm eingesetzt. Verkehrsplanungen im Raum Grenchen sind gemeinde- und kantonsübergreifend anzugehen. Die Erfahrung zeigt, dass nur gemeinsames Vorgehen mit den Nachbargemeinden dauerhafte Lösungen bringt.

Ich werde mich weiterhin auch für eine regionale Sichtweise für unsere Verkehrsprobleme einsetzen und hoffe auf gutnachbarliche Lösungen.

Konrad Schleiss, Gemeinderat FDP, Präsident der Bau- und Planungskommission und Repla-Präsident