Biogen
Weissen Hirsch zielstrebig gepackt

Die weltweit tätige Biotechnologiefirma Biogen baut in Luterbach eine neue Produktionsanlage für die biopharmazeutische Herstellung von Medikamenten.

Theodor Eckert
Theodor Eckert
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Auf diesem Areal in Luterbach (im Hintergrund die ehemalige Zellulosefabrik Borregaard) kommt die neue Biotech-Produktionsanlage von Biogen zu stehen.

Auf diesem Areal in Luterbach (im Hintergrund die ehemalige Zellulosefabrik Borregaard) kommt die neue Biotech-Produktionsanlage von Biogen zu stehen.

zvg

Ein Weltkonzern mit erheblichem Wachstumspotenzial ist bereit, eine Milliarde Franken in einen neuen Standort zu investieren. Dadurch werden auf Anhieb gleich einmal vierhundert Arbeitsplätze geschaffen. Wenn das nicht einem weissen Hirsch gleichkommt, den man, wenn immer möglich dingfest machen muss. Dem Kanton Solothurn und der Gemeinde Luterbach ist das Kunststück gelungen. Der gestrige heisse Dienstag wurde damit in jeder Hinsicht zu einem Prachttag. Strahlend stolze Gesichter noch und noch bei der Bekanntgabe dieses diskret aufgegleisten Geschäfts. Ein finanziell höchst solides US-Unternehmen mit nachvollziehbaren Langfriststrategien hat doch tatsächlich auf der Weltkarte die Nadel bei Solothurn hineingesteckt. Mit dem positiven Nebeneffekt, dass uns der relevante Themenkreis Biotechnologie und Medikamente künftig noch näher stehen wird.

Nach dem Scintilla-Tiefschlag verteilt nun Biogen dem Wirtschaftsstandort Solothurn eine wohlige Portion Streicheleinheiten. Derart euphorisiert wurde beim Ringen um Worte schon mal der Vergleich mit dem Sechser im Lotto bemüht. Das tönt zwar gut, trifft es aber nicht. Mit Glücksspiel hat dieses Neuansiedlungsgeschäft nämlich herzlich wenig zu tun. Mit enormem Engagement und harter Arbeit dagegen sehr viel. Da haben alle involvierten Solothurner das gerne und nicht selten leichtfertig bemühte Bild vom behäbigen Beamtendasein Lügen gestraft. Innert Monaten wurden etliche gröbere Hindernisse beseitigt und der Weg für das moderne Werk freigeräumt.

So hilf- und machtlos die Politik bei Betriebsschliessungen in der Regel wirkt, so initiativ hat sie sich um diesen Neuzugang bemüht. Das stimmt optimistisch und erleichtert das Durchatmen in einer Zeit, da uns ungelöste Probleme wie Frankenstärke, Bilaterale sowie Eurokrise nur so um die Ohren fliegen.

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