Seitenhieb
Weder Kirsch noch Lorbeer

Der Kampf gegen Unkraut scheint schon fast aussichtslos....

Christian von Arx
Christian von Arx
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Unkraut ist meistens sehr hartnäckig.

Unkraut ist meistens sehr hartnäckig.

Mario Heller

Der Kampf ist im Gang. Bund, Kantone und Gemeinden haben mobilisiert. Arbeitsgruppen wurden eingesetzt, Strategien erarbeitet, Verordnungen in Kraft gesetzt, Merkblätter ins Internet gestellt. Amerikanischen Goldruten, Japanischen Knöterichen und Drüsigen Springkräutern ist Vernichtung angedroht. Im Kampf gegen invasive Neophyten durchkämmen Freiwillige Wälder und Flussufer, Asylbewerber leisten Unterstützung. Ziel ist der Erhalt der heimischen Pflanzenwelt. Das Einsatzfeld ist riesig, der Gegner zäh.

Perfid: Die sich rasant ausbreitenden Gewächse aus fernen Ländern haben Helfershelfer hinter der Front, quasi eine Fünfte Kolonne. Mit Fleiss bemühen sich Heerscharen von Hauseigentümern um die Verbreitung von Kirschlorbeer, der auf der Schwarzen Liste steht.

In manchen Quartieren findet man kaum einen Garten ohne den asiatischen Giftstrauch. Die Gilde der Gärtner hilft nach Kräften mit, massenhaft werden neue Hecken angepflanzt. Wie invasiv Kirschlorbeer ist, lernt der Gartenbesitzer nach wenigen Jahren: Der Strauch übermannt ihn buchstäblich, wächst zum dichten Baum und ist kaum zu bodigen. Er wuchert über die Wurzeln fort, Vögel sorgen für die Verbreitung der Samen bis in den Wald. – Nein, Lorbeeren gibts für die Neophytenpflanzer keine. Und so sehr sie den Kirschlorbeer mit ihrem Schweiss düngen, er liefert keinen Tropfen Kirsch.

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