«Kiss&Ride»-Parkplätze
Vor dem Schreiben ist Denken durchaus erlaubt

Derendingens «Kiss&Ride»-Parkplätze beim Schulhaus Steinmatt bewegen die Gemüter.

Rahel Meier
Rahel Meier
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Auf den Parkplätzen darf höchstens fünf Minuten gehalten werden.

Auf den Parkplätzen darf höchstens fünf Minuten gehalten werden.

Rahel Meier

Man mag über die «Kiss&Ride»-Parkplätze vor dem Schulhaus Steinmatt denken, was man will. Die einen halten sie für dringend nötig, andere ärgern sich und sind der Meinung, dass Elterntaxis grundsätzlich verboten werden sollten. Tatsache ist: Elterntaxis gehören heute zum Schulalltag und in Derendingen hatte der Fahrdienst Ausmasse angenommen, die nicht mehr verantwortbar waren.

Bevor man als unbeteiligte und offensichtlich nicht ortsansässige Person aber eine Gemeinde auf Facebook als «dümmste Gemeinde im Kanton Solothurn» bezeichnet, sollte man vielleicht doch kurz Kopf und Hirn einschalten und nachdenken. Denn Denken ist durchaus erlaubt. Auch beim Posten von Beiträgen in den ach so schnelllebigen sozialen Medien.

Die «Kiss&Ride»-Parkplätze in Derendingen haben durchaus einen Hintergrund. Sie sind das Ergebnis einer längeren politischen Auseinandersetzung im Gemeinderat. Videoaufnahmen, Erhebungen und Planungen durch ein spezialisiertes Büro haben die Gemeinderäte bei ihrer Entscheidung unterstützt. Die «Busbucht», die Bucht für die «Park&Kiss»-Plätze, ist das Resultat aller Abklärungen, Bemühungen und Diskussionen. Die Gemeinde nun der Verschleuderung von Steuergeldern zu bezichtigen, ist deshalb fehl am Platz.

Recht haben aber alle, die sich grundsätzlich an den Elterntaxis stören. Laufen schadet den Kindern nicht. Und den Eltern übrigens auch nicht. Sinnvoller wäre es sicher, die Kinder zu Fuss zu begleiten, wenn man als Elternteil das Gefühl hat, dass das Kind von der Verkehrssituation auf seinem Schulweg überfordert ist. Mit dem Taxidienst lernen die Kinder nicht, mit dem Verkehr umzugehen.

rahel.meier@chmedia.ch