Persönlich
Von Halbnarren und Halbweisen

Balz Bruder
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Schon bald steht die Fasnacht vor der Tür. (Archiv)

Schon bald steht die Fasnacht vor der Tür. (Archiv)

michelluethi.ch

Herr A: Sag, freust du dich auf die Fasnacht?

Herr B: Ist die nicht schon vorbei? Wenn ich die Zeitung anschaue, kommt es mir vor, schier alle Banausen seien schon abgefeiert worden.

Herr A: Ha, du weisst ja: «Froh zu sein bedarf es wenig. . .»

Herr B: Wenn wir schon dabei sind: «Unter allem Diebesgesindel sind die Narren die schlimmsten», sagte der grosse Goethe.

Herr A: Und weshalb?

Herr B: «Sie rauben euch beides, Zeit und Stimmung.»

Herr A: Das ist jetzt aber bös. Stell dir vor, die Fluris und Weys und Bischofs und Zanettis und wie sie alle heissen würden von den Narren nicht durch den Kakao gezogen – das wäre wahrlich jammerschade.

Herr B: Findest du? Ich glaube, die machen höchstselbst «bittibätti», dass sie in den Schnitzelbänken überhaupt vorkommen.

Herr A: Und sind dann schampar stolz, wenn sie möglichst oft vorkommen. Ja, das hat etwas.

Herr B: Übrigens, wenn wir es schon mit den Dichtern haben: «Toren und gescheite Leute sind gleich unschädlich. Nur die Halbnarren und die Halbweisen, das sind die schädlichsten», sagte der gleiche Goethe.

Herr A: Meinst du, der dachte an uns?

Herr B: Das wäre ja eine Erkenntnis, die uns zu wahren Weisen machte, wir zwei Torenbuben!

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