Stadtbummel
Vom Stadtbummel zur Völkerwanderung

Den einzelnen Stadtbummler nimmt man üblicherweise nicht so richtig wahr.

Mark A. Herzig
Mark A. Herzig
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Eine weitere «Massenwanderung» setzt mit der HESO am Freitag ein. (Archiv)

Eine weitere «Massenwanderung» setzt mit der HESO am Freitag ein. (Archiv)

Hanspeter Bärtschi

Den einzelnen Stadtbummler nimmt man üblicherweise nicht so richtig wahr. Ganz anders ist es mit den sozialisierten – oder sozialisierenden? – Bummlern. Eine häufig auftretende Gattung davon sind die Gruppen, die sich aus geschichtlichem oder künstlerischem Interesse oder beidem durch die Stadt führen lassen.

Diese Bewegung nennt man Stadtführungen. Und es ist zu hoffen, dass möglichst viele von ihnen auch als Einzelbummler, allenfalls in Begleitung, wiederkommen, um die Eindrücke zu vertiefen und unsere Gastronomie noch besser kennenzulernen.

Gastronomie – vorab fremdländische – hat zu einer fast schon Völkerwanderung zu nennenden Menschenverschiebung unter die Westumfahrungsbrücke, genannt Bobbahn, geführt. Motto: schlank hin, etwas weniger wieder zurück.

Eine weitere Sternwanderung hat nach längerer Zeit wieder einmal über den Franziskanerplatz vors Rathaus geführt. Dort trafen sich die, die lieber gehen denn fliegen wollen, zumindest nicht ab einer in die Witi verlängerten Piste – aber sonst schon.

Weder Bummel noch Wanderung waren die Bewegungen des Schweizerischen Studentenvereins anlässlich seines Zentralfestes; denn das eine war ein nächtlicher Fackelzug, das andere ein stimmiger Cortège. Ansonsten übernahmen die altgedienten und die noch aktiven Studierenden in den Beizen einen Teil der Löscharbeiten, deren anderer die Feuerwehr auf dem Amthausplatz demonstrierte und ebenfalls für eine Bevölkerungsbewegung sorgte.

Eine Bevölkerungsverlagerung war in diesem Prachtssommer erneut wahrzunehmen, nämlich diejenige hin an die Gestade unserer Aare. Von oben bis unten waren die Ufer belegt bzw. besessen.

Von dort aus war zudem eine weitere Völkerverschiebung zu beobachten, wie das noch nicht einmal in Chargé pour Soleure-Zeiten zu sehen war: Auf Reifen, Brettern und in Booten trieben sie einher, einige schwammen gar. Der Stadtbummel wurde zum Aarebummel.

Eine weitere Massenwanderung setzt am Freitag ein – diejenige zur Zeltmission vor dem Baseltor, auch Gewerblerfasnacht genannt, weitherum bekannt als HESO. Dort können sie denn alle nach Lust und Laune bummeln. Oder zumindest fast alle – den Schweinchen im Schanzengraben ist solches versagt: Sie sollen eilen und nicht etwa neugierig sein oder ihren «Bummel» gar durch Nahrungsaufnahme unterbrechen – ganz im Gegensatz zu den Zweibeinern.

Fazit der ganzen Bummeleien: Nichts los, keine Bewegung in der Stadt?

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