Stadtbummel
Vom Platzregen in die Traufe

Der April macht was er will – Wechselhafter könnte das Aprilwetter nicht sein.

Mark A. Herzig
Mark A. Herzig
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Der April macht was er will

Der April macht was er will

Peter W.

April ist’s – und das zwar richtig und nicht nur dem Monatsnamen nach. In Sachen Wetter und Wetterbezeichnung haben wir in letzter Zeit doch schon einiges an Überraschungen erlebt. Nun macht also der April – er soll auch einmal Launing geheissen haben – seinem Ruf oder Namen alle Ehre.

Mal blendet die Sonne, dann wieder kommts nass vom Himmel, von feinstem Sprüh- bis Platzregen. Den Wind erleben wir als Sturm oder eingeschlafen. Haben wir nicht entsprechend vorgesorgt, bietet sich ein Gang ins einschlägige Geschäft an, sei es, um sich einen Schirm, eine Sonnenbrille oder etwas Wärmeres zum Anziehen zu besorgen. Oder auch nur, um sich unterzustellen. Mindestens ein Gesprächsthema ist gesetzt.

Für den Nichteiligen bietet sich ein Sprung in eines unserer Museen an – nur nicht am Montag, nach weitverbreiteter Sitte sind die dann zu. Der Montag kann problematisch werden, denn in einigen Quartieren können wir glatt verhungern und verdursten – viele Wirtschaften sind zu, sie haben sich den Coiffeuren und anderen Läden und Dienstleistern angeschlossen. Ist da eine Art Zeitverschiebung über das Wochenende in Gang gekommen?

Damit sind wir bei der Quadratur des Kreises angelangt. Und das geht so: Alle wünschen eine wohnliche Stadt, wo sich angenehm leben lässt. Was bedeutet: Man kann ruhig wohnen und nahezu alles jederzeit bequem einkaufen.

So weit die Gemeinsamkeiten, jedoch: Damit die Geschäfte etwas verkaufen können, muss es angeliefert werden – das jedoch erzeugt Lastwagen-Verkehr. Aber die sind weder leise noch riechen sie gut und sind deshalb entsprechend unbeliebt, zu allen Tages- und vor allem Nachtzeiten. Ferner: Jeder will in die Stadt fahren, möglichst direkt vor die Lokalität, wo er etwas zu tun hat.

Und sein Gefährt auch noch stehen lassen. Dort stehen aber schon die so genannten Werkstattwagen der Handwerker, von denen manche etwas in der Stadt zu tun haben, manchmal.

Dazwischen laufen Fussgänger Schlangen, weil die Trottoirs mit Reklamereitern vollgestellt sind – schliesslich muss man ja auf sein Geschäft aufmerksam machen. Und durch das ganze Gewühl müssen dann auch noch die Mannen von der Ghüder-, Karton- und Papierabfuhr mit ihren Gefährten durchfinden.

Lösung? Auch der Stadtbummler kann aus einem Kreis kein Quadrat machen. Doch plädieren kann er: Für mehr Verzicht auf Transportmittel, wenn man sie nicht wirklich braucht, etwas mehr Rücksicht und Einsatz des gesunden Menschenverstandes – es wäre schon viel gewonnen.