Kommentar
Verlorenes Vertrauen

Urs Byland
Urs Byland
Drucken
Teilen
Martin Rüfenacht hat als Präsident des Verbandes Bevölkerungs- und Zivilschutz Aare Süd demissioniert. (Archivbild)

Martin Rüfenacht hat als Präsident des Verbandes Bevölkerungs- und Zivilschutz Aare Süd demissioniert. (Archivbild)

Hanspeter Bärtschi

Im Nachhinein sieht jeder den Stolperstein, der da auf dem Weg lag. Der Verbandspräsident übernimmt auch noch das Verbandskommando. Mutmasslich aus Goodwill, weil der Verband in der Klemme ist, interimistisch, bis ein neues Kommando gefunden ist. Aber nun vereint er strategische und operative Leitung.

Für die eine Leistung erhält er 30 Franken in der Stunde, für die andere 120 Franken, und er darf auch noch sagen, wie viele Stunden er strategisch und wie viele Stunden er operativ unterwegs ist. Wenn da nicht absolut transparent abgerechnet wird, geht Vertrauen verloren. Der demissionierende Präsident hat hier fahrlässig sein Vertrauen verspielt. Aber es stellt sich auch die Frage: Ist es möglich, nachvollziehbarabzurechnen?

Die administrative Kontrolle funktionierte. Es floss kein Geld ohne Abrechnung. Aber eine inhaltliche Kontrolle fehlte. Vorwürfe konnten sich so zu einem Flächenbrand ausweiten. Die Vorwürfe kamen (aus seinem Dorf). Erst jetzt kontrollierte der Vorstand auch materiell. Dass Rüfenacht nun mit seinem Stundenrapport Eingeständnisse machen muss, bedeutet aber nicht, dass er falsche Angaben machte. Und: Ausschlag für den Vertrauensverlust gaben ebenso die Schwierigkeiten beim Aufbau des neuen Verbandes. Der anfängliche Schwung verebbte. (Zu hohe) Erwartungen erfüllten sich nicht. Das Zusammenführen der Organisationen zu einem schlagkräftigen Verband ist zu einer zähen Angelegenheit geworden.

urs.byland@chmedia.ch

Aktuelle Nachrichten