Fusion Top 2
(Un-)Vernunft

Fusion Solothurn - Zuchwil vor der Entscheidung: Eine Podiumsdiskussion bewegte die Gemüter.

Theodor Eckert
Theodor Eckert
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Die Podiumsdiskussion zur Fusion Top 2 spaltet.

Die Podiumsdiskussion zur Fusion Top 2 spaltet.

Hansjörg Sahli

Von Spezialisten für Gemeindefusionen wissen wir: Immer mehr Kommunen mit weniger als 2500 Einwohnern sehen sich zunehmend gezwungen, ihre Eigenständigkeit aufzugeben. Das sind keine Liebesheiraten. Solothurn und Zuchwil sind dieser kritischen Grösse längst entwachsen. Sie müssten nicht verschmelzen.

Ungeachtet dessen kann nun die Bevölkerung der Stadt und der Vorortsgemeinde über ein Zusammengehen befinden. Nicht die Spur einer Zwangsehe und dennoch kein Schweben im siebten Himmel, weder hüben noch drüben.

Fusionen sind grundsätzlich Vernunftehen (welche auch ihre Vorzüge haben sollen). Wobei, im vorliegenden Fall hapert es selbst mit der Vernunft, wie die gut besuchte Podiumsdiskussion im Alten Spital Solothurn gezeigt hat. Die Solothurner Gegner betrachten Befürworter als völlig unvernünftig, weil sie das stolze Vermögen der Stadt leichtfertig preiszugeben bereit sind. Zudem seien zu viele konkrete Fragen bezüglich der Folgen derzeit noch unbeantwortet.

Nicht weniger Unvernunft schreiben die Ja-Sager den Verweigerern zu. Für die Pro-Seite entspricht die Fusion dem nötigen Entwicklungsschritt in eine prosperierende Zukunft, der nicht durch rückwärtsgewandtes Betroffenheitsdenken unterbunden werden sollte.

Chancen und Risiken werden wild durcheinander in die Waagschalen geworfen. Das Ergebnis ist heute nicht absehbar. Entsprechend prallen Weltanschauungen aufeinander, die erst noch von heftigen Emotionen geprägt sind. Gemeindefusionen werden als Jahrhundertentscheide bezeichnet: Fürs Abwägen bleiben den Betroffenen lediglich noch einige Tage.

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