Kommentar
Träumen in den Parteizentralen

Die Gewissheit, dass der Verzicht von Roland Heim auf eine neue Kandidatur der einzige bliebe, war gross. Zu gross, wie sich nun zeigt. Mit Roland Fürst folgt der Bau- und Justizdirektor dem Beispiel des Finanzdirektors.

Balz Bruder
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Das Roland-Duo Fürst und Heim wird bei den Wahlen 2021 nicht mehr kandidieren.

Das Roland-Duo Fürst und Heim wird bei den Wahlen 2021 nicht mehr kandidieren.

Hanspeter Bärtschi

Damit war nicht zu rechnen. Derweil Heim demnächst die Pensionsgrenze erreichte, vermittelte Strahlemann Fürst den Eindruck, er sei voll im Saft. Dem ist offenbar nicht der Fall. Mit der Folge, dass es im kommenden Jahr (mindestens) zwei Vakanzen auszufüllen gilt.

Das erwischt die CVP auf dem falschen Fuss. Sie, die sich schon bei einer Einervakanz hätte strecken müssen, hat nun zu entscheiden, ob sie mit einer starken Einerkandidatur ins Trockene bringen will, was realistischerweise möglich erscheint – oder ob sie mit einer Doppelkandidatur aufs Ganze geht.
Sicher ist, dass die neue Konstellation bürgerliche Träume beflügelt: Bei der SVP, die am liebsten ein Fünferticket nominierte, aber auch bei der FDP, die alte Zeiten auferstehen sieht. Derweil darf sich Links-Grün wohl etwas entspannen.

Doch aufgepasst: Bei Exekutivwahlen klaffen Anspruch und Wirklichkeit immer wieder auseinander. Und das ist der Tatsache geschuldet, dass primär Köpfe und nicht Parteien gewählt werden. Wer im nächsten Frühling reüssieren will, muss also Persönlichkeiten portieren.

balz.bruder@chmedia.ch