Persönlich
Statt Petkovic - Bett-go-vic

Warum es nie zu spät ist, dem Haufen rund um Vladimir Petkovic noch ein bisschen zuzusehen.

Wolfgang Wagmann
Wolfgang Wagmann
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Drei späte Goals bedeuteten den Sieg für die Mannschaft von Trainer Vladimir Petkovic.

Drei späte Goals bedeuteten den Sieg für die Mannschaft von Trainer Vladimir Petkovic.

Keystone

Nicht schon wieder. Der altbekannte, ganz schlechte Film: Unsere hoch dotierten und hoch gehandelten Fussballstars, Leistungsträger in der Bundesliga und bei Champions-League-Finalist Juventus Turin verlieren einmal mehr gegen die höchstens mittelklassigen, spielerisch bescheidenen Slowenen.

Spätestens nachdem Goalie Sommer mit Ach und Krach den fussballerischen Spätherbst, das 3:0, verhindert hat, steht fest: Die können mich mal. Und es fällt ein historischer Entscheid in meiner jahrzehntelangen Fussball-TV-Geschichte: In der 78. Minute drücke ich die Aus-Taste. Mattscheibe. Punkt. Da passiert nichts mehr. Statt Petkovic – Bett-go-vic.

Ein krasser Fehlentscheid. Die turbulente Viertelstunde wird zwar noch ganz entspannt nachgeholt – TV-Replay sei Dank. Aber es ist nicht dasselbe. Zwischen dem Ausschalten und Wiedereinschalten hat allerdings die Fantasie galoppiert. Süffige Titel der morgigen Sonntagsblätter springen mir ins Auge: «Petkovic hat sich verzockt», «Petkovic muss Inler sich gehen» oder «Penntkovics Truppe». Ultimativer noch: «Das wars dann, Herr Petkovic!» Oder: «Holt Hitzfeld zurück».

Alles Bullshit. Dabei sollte ich wissen, wie die Medien ticken. «Petkovics Goldhändchen», «Richtig gepokert, Herr Petkovic!». Und noch lapidarer: «Petkovic hat alles richtig gemacht.» Ja, so tönts nach 80 verkorksten Minuten, wenn die letzte Viertelstunde stimmt. Aber das Misstrauen ist geblieben. Gibts heute Abend wieder den «Bett-goh-Witz» im Wembley? Wahrscheinlich geh ich schlafen. Und stell den Wecker auf 22.15 Uhr. Das sollte reichen für die Schlussviertelstunde. Und die drei Goals für – England?

Schweiz - Slowenien 3:2 (Version 2)
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Stephan Lichtsteiner: «Uns fehlten ein bisschen die Cleverness und die Routine. Und die Slowenen nützten unsere Fehler eiskalt aus.»
Die Schweizer feiern ihren wichtigen Sieg auf dem Weg zur EM.
Die jubelnden Schweizer: Links Stocker in der Mitte, rechts Xhaka und Goalie Sommer.
So begann der Abend: Die Schweizer Startaufstellung.
Captain Inler (Zweiter von links) sing die Nationalhymne von der Bank aus. Er wird auch nicht mehr eingewechselt.
Xherdan Shaqiri gegen Bojan Jokic: Er zeigt tolle, aber auch weniger gelungene Aktionen.
Gute Stimmung im St.-Jakob-Park - ausverkauft ist das Basler Stadion aber nicht.
Timm Klose kommt in der ersten Hälfte zu einer grossen Chance per Kopfball.
Haris Seferovic versucht, Verteidiger Andraz Struna zu entkommen - aber in der ersten Halbzeit bringt die Schweiz kein Tor zustande.
Nach einem argen Verteidigungsfehler schiesst Milivoje Novakovic das 0:1.
Das 0:1 von Novakovic aus der Torperspektive.
So jubeln Novakovic (Mitte) und zwei seiner Mitspieler über das 0:1.
Die Szene sorgt für einen kleinen Tumult: Novakovic foult Behrami - beide bleiben liegen.
Nun herrscht ein Durcheinander an der Seitenlinie.
Auch Shaqiri (23) mischt sich in den Disput ein.
Lichtsteiner versucht, einen Elfmeter herauszuholen - doch er erhält für diese Flugaktion die Gelbe Karte.
Kurz nach Wiederanpfiff kommt es noch dicker für die Schweiz: Bostjan Cesar schiesst das 0:2.
Gross ist der Jubel bei den Slowenen. Ist das die Vorentscheidung?
Nach dem 0:2 wird Breel Embolo eingewechselt.
Von wegen Vorentscheidung! Der eingewechselte Josip Drmic schiesst in der 80. Minute das 1:2 und sorgt für neue Hoffnung.
Stocker trifft zum 2:2-Ausgleich – Shaqiri jubelt mit.
Stocker trifft zum Ausgleich - die Schweizer liegen sich in den Armen.
Josip Drmic trifft in der Nachspielzeit zum 3:2.
Xhaka bespringt Drmic, der eben das 3:2 erzielt hat. Links Lichtsteiner, rechts Shaqiri.
Breel Embolo kann es hier wohl noch nicht glauben, dass die Schweiz das Spiel noch gedreht hat.
Goalie Yann Sommer kann es wohl kaum glauben, dass die Wende doch noch Tatsache geworden ist.
Die Schweizer können ihr Glück gar nicht fassen.
Die jubelnden Schweizer nach der Erlösung.

Schweiz - Slowenien 3:2 (Version 2)

Keystone

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