Stadtbummel Solothurn
Stadtverschönerungen

Die Mobitoil beim Muttiturm fallen schon fast mehr auf als das renovierte Turmmauerwerk. Der heutige Stadtbummel führt vom Muttiturm zum Kunstmuseum.

Mark A.Herzig
Mark A.Herzig
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Die Mobitoil fallen fast mehr auf als der renovierte Muttiturm. (Symbolbild)

Die Mobitoil fallen fast mehr auf als der renovierte Muttiturm. (Symbolbild)

Martina Wildis

Die Tourismussaison – wann haben wir eigentlich keine? – ist voll angelaufen. Überall sieht man sie, je nach Temperament oder Zeitplan, gehen, laufen, schlendern unsere neugierigen Gäste – in grossen und kleinen Gruppen, gar einzeln. Mit sogenannten Bärenführerinnen oder -führern vorneweg oder mit elektronischem Führer in der Hand.

Diese Letzteren, wenn sie einmal aufblicken und die Stadt ohne elektronisch-optische Führungshilfe betrachten, können von der Südwestecke des Bankgebäudes auf dem Roten Platz den Blick in den Chüngeli-, offiziell Burrisgraben, was viele Einheimische nicht wissen, schweifen lassen. Die alte Häuserzeile, basierend auf der mittelalterlichen Stadtbefestigung, fasziniert.

Und vorne der markante Muttiturm, bekannt als Buristurm, wirkt als Blickfang, heute sagt man wohl eher zu Neudeutsch Eyecatcher. Was in diesem speziellen Fall auch besser zu passen scheint, denn ausser dem schön herausgeputzten und renovierten Turmmauerwerk fängt das Auge fast noch mehr die dort stehende Mobitoil.

Umgeben von Gitterabsperrungen, die nicht zur Stadtbefestigung gehören, sondern Handwerkerparkplätze bewahren, die auch fleissig genutzt werden. Die dort abgestellten Fahrzeuge werden häufig dem Bild eines Werkstattwagens nicht gerecht. Dem neugierigen Stadtbummler bleibt die Frage: Wo handwerken die noch? Im Turm?

Bummelt man die Nordringstrasse hinauf, gelangt man zum nächsten Eyecatcher. Das ist zum einen der Pflanzblätz mit Gockeln vor dem Kunstmuseum. Und auch dort wird der optische Eindruck der Gesamtanlage verstärkt; diesmal durch einen leuchtendgelben Blechkubus, der wohl das Garten- und Hühnerzuchtwerkzeug beherbergt – das muss ja auch sein. Ob der nach gehabtem Finissage-, sprich Erntema(h)l, auch noch so lange wie das Mobitoil stehen bleibt?

Vielleicht wirds dann aber zum Lager für die Handwerker, welche den Brunnen vor dem Kunstmuseum abdichten (?) und oder neu bemalen (?) sollen? Der steht jetzt auch schon länger leer. Aber vielleicht wird ja auch noch der pinkelnde Stiefel um 90 Grad gedreht, damit während eines möglicherweise heissen Sommers die Gockelanlage von oben etwas mit Wasser gekühlt werden kann.

Die Baustelleneinrichtung westlich des Kunstmuseums zum Bau von dessen Kulturgüterschutzraum – noch nicht ganz fertig – steht noch, die rückwärtigen Stützen am Kunstmuseum haben ihre Pflicht getan und wurden abgebaut. Ein Besuch dort drin lohnt sich allemal, auch für Einheimische – diese Art Unterstützung bleibt wertvoll.