Kommentar
Springt der Funke doch noch?

Endspurt für die Fusion Solothurn Top 5: Im Dezember gelangt sie an die Gemeindeversammlungen.

Andreas Kaufmann
Andreas Kaufmann
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Nur 190 von 43 000 potenziellen Einwohnern des künftigen Gross-Solothurns erörterten den Fusionsvertrag kritisch. (Symbolbild)

Nur 190 von 43 000 potenziellen Einwohnern des künftigen Gross-Solothurns erörterten den Fusionsvertrag kritisch. (Symbolbild)

Hanspeter Bärtschi

Stell dir vor, es ist Mitwirkung und keiner geht hin. Schade, dass ein jahrelanger Entwicklungsprozess für die Fusion von Solothurn, Zuchwil, Biberist, Derendingen und Luterbach anscheinend unbemerkt an der breiten Öffentlichkeit vorüberging – oder allenfalls gar ignoriert wurde.

Von der Möglichkeit, den Fusionsvertrag inhaltlich mitzugestalten, hat eine verschwindende Minderheit Gebrauch gemacht. Und gerade mal 190 von 43 000 potenziellen Einwohnern des künftigen Gross-Solothurns machten sich die Mühe, in einer Vernehmlassung den Fusionsvertrag kritisch zu erörtern.

Erstaunlich eigentlich: Denn erstens handelt es sich bei der Fusion um einen wirklich grossen Wurf. Und zweitens kann man angesichts des reichhaltigen Werbematerials rund um die Fusion kaum behaupten, dass die Projektväter ihren Werbebanner «Solothurn Top 5» zu wenig euphorisch geschwenkt haben.

Inhaltlich ist die Debatte abgeschlossen. Eine Detailberatung über Teilaspekte der Fusion wirds auch an den Gemeindeversammlungen nicht mehr geben. Nun geht es nur noch um ein «Ja für die Urnenabstimmung» oder um ein «Nein, ab in den Papierkorb».

Während sich im vergangenen Monat ein Kontra-Komitee zu erkennen gab, formiert sich jetzt auch ein Pro-Komitee. Immerhin: So kommt fünf vor zwölf endlich doch noch die Chance zustande, dass das Thema «Fusion» in der breiten Öffentlichkeit diskutiert wird. Und an dieser Diskussion wird sich zeigen, ob die Fusionsmacher den Geschmack der bisher schweigsamen Stimmbürger getroffen – oder an ihm vorbeigeplant haben. @andreas.kaufmann@azmedien.ch

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