Kommentar
Spiel mit dem Feuer kann schiefgehen

Kriegstetten steht eine markante Steuererhöhung bevor, ohne dass die Ausgaben korrigiert werden.

Urs Byland
Urs Byland
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Das prognostizierte Minus in der Gemeindekasse für das Jahr 2015 liegt bei über 600 000 Franken. (Symbolbild).

Das prognostizierte Minus in der Gemeindekasse für das Jahr 2015 liegt bei über 600 000 Franken. (Symbolbild).

Oliver Menge

Olten ist das beste Beispiel dafür, wie man mit dem Kopf durch die Wand rennen kann. Über Jahre hat der Stromkonzern Alpiq die Dreitannenstadt mit seinen Steuerabgaben beglückt und die Stadtoberen blind für die daraus entstandene Abhängigkeit gemacht. Jetzt, wo die Gelder nur mehr spärlich fliessen, muss die Stadt mit ihren Dienstleistungen gewaltig abspecken.

In der Region finden sich etliche Beispiele, wo Steuereinnahmen einer Firma die Gemeindekasse füllen. Zuchwil, das nach dem Zusammenbruch der Sulzer tief untendurch gehen musste, aber jetzt dank der Synthes wieder Oberwasser hat, oder Selzach, das dank den Stryker-Geldern Neid in der Nachbarschaft erregt.

Weniger dramatisch scheint die Lage in Kriegstetten mit dem Abgang der Firma Cent Systems des ehemaligen Gemeindepräsidenten zu sein. Zwar spülte die Firma bis anhin über 300 000 Franken jährlich in die Gemeindekasse, die nun fehlen werden. Aber auf der anderen Seite hat Kriegstetten noch ein Eigenkapital in der Höhe von 1,76 Millionen Franken. Nun reagiert der Gemeinderat und schlägt eine markante Steuererhöhung vor. So weit, so gut.

Aber das prognostizierte Minus in der Gemeindekasse für das Jahr 2015 liegt immer noch bei über 600 000 Franken. Sollte das Minus im laufenden Jahr 2014 wie budgetiert eine halbe Million Franken betragen, dann liegt noch ein Jahr mit einem ähnlich hohen Minus drin und das Eigenkapital ist weg. Was dann?

Dann muss auch auf der Ausgabenseite korrigiert werden. Der Gemeindepräsident hofft zwar auf die Ansiedlung von Gewerbe, aber diese Hoffnung ist ein Spiel mit dem Feuer.

urs.byland@azmedien.ch