Rats-Geplänkel
«Solothurness»

Schätzen sich die Regio Energie Solothurn und die AEK?

Wolfgang Wagmann
Wolfgang Wagmann
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Wegen einem Teilprojekt vom Bau des neuen Bürgerspitals stehen sich Kanton und Regio Energie in einem juristischen Fall gegenüber.

Wegen einem Teilprojekt vom Bau des neuen Bürgerspitals stehen sich Kanton und Regio Energie in einem juristischen Fall gegenüber.

AZ

Es ist schon speziell – mit Stadtpräsident und Nationalrat Kurt Fluri (FDP) sowie Ständerat Pirmin Bischof (CVP) sitzen die Verwaltungsratspräsidenten der wichtigsten regionalen Energie-Player im Gemeinderat: Fluri für die Regio Energie Solothurn, Bischof für die AEK. Speziell, denn beide Unternehmen stehen in direkter Konkurrenz. Und noch spezieller, wenn die Regio Energie ihre Rechnung präsentiert, was ihr Direktor, Felix Strässle, jeweils zu einem längeren Werbespot in eigener Sache nutzt.

Offenbar hatte Strässle aber schon in der Gemeinderatskommission GRK weidlich betont, «seine» Regio Energie sei jetzt «bald das einzige verbliebene namhafte Energieversorgungs- und Dienstleistungsunternehmen in Solothurner Besitz mit Einflussmöglichkeiten der Politik und Kundschaft». Denn die AEK gelte nach dem Verkauf des Atel-Aktienpakets an die BKW als «Berner, und nicht mehr Solothurner Unternehmen». Eine Spitze auch vor dem Hintergrund, dass sich die Regio Energie ebenfalls – aber erfolglos – um das Aktienpaket bemüht hatte.

Nun, im Gemeinderat hielt Pirmin Bischof nur das Eintretensvotum zur Stadtrechnung, zur Rechnung der Regio Energie äusserte sich aus naheliegenden Gründen Parteikollege Peter Wyss. Der prompt auf Strässles GRK-Ausführungen zur AEK reagierte: «Ein derart erfolgreiches Unternehmen wie die Regio Energie hat so etwas doch nicht nötig.» Die AEK habe immer noch ihren Sitz in Solothurn, zahle Steuern und beschäftige Leute hier.

Felix Strässle quittierte die Bemerkung von Wyss nur mit einem breiten Lächeln. Doch zuletzt kam «sein» VR-Präsident Kurt Fluri aufs Thema zurück. Er betonte: «Die AEK gehört eigentumsmässig mehrheitlich zur BKW» – sei ergo eine Berner Firma geworden.
Um dann abzuschwächen: «Aber wir schätzen das Unternehmen sehr.» Man schätzt sich – Liebe dagegen tönt anders.

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