Stadtbummel Grenchen
Sitzen bleiben und aufbrechen

Wer in den letzten Tagen auf dem Girardplatz unterwegs war, kam aus dem Staunen nicht heraus...

Andreas Toggweiler
Andreas Toggweiler
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Frühlingspracht an der Girardstrasse.

Frühlingspracht an der Girardstrasse.

Andreas Toggweiler

Die rosa Blütenpracht der Alleebäume versetzte einen gedanklich nach Kioto während der Sakura, der Kirschbaumblüte. Ansatzweise ist jetzt zu verstehen, warum die Japaner in dieser Zeit ganz aus dem Häuschen sind. Die Frühlingsgefühle drängen mit Macht. Am besten kauft man sich eine Packung Sushi und dazu ein Granicum und setzt sich damit auf das dortige Bänkli. Das geht dann so weit, dass man mit dem realen Leben zufrieden ist. Mit der Stadt, ihren Leuten und bisweilen gar mit sich selbst. Wers nicht glaubt, der soll ein paar Minuten auf das Bänkli sitzen. Und wer nichts spürt, ist vielleicht halt kein Grenchner.

Man darf aber auch nicht zu lange sitzen bleiben. Sonst macht man sich noch Gedanken. Beispielsweise, dass zumindest die Stadtgärtnerei nicht zu sehr durch das Sparprogramm Effibau zerzaust werde. Sonst ist dann bald fertig mit solchen schönen Plätzchen, die viele unscheinbaren Ecken der Stadt zu kleinen Oasen im Alltag machen. Dies ist umso wichtiger, wenn man sieht, wie manche Liegenschaftsbesitzer die Umgebung ihrer Renditeobjekte pflegen.

Also aufstehen und weiter bummeln. Dann kommt man nach wie vor an ziemlich vielen Baustellen vorbei. Kürzlich konnte man an der Güterstrasse den Bauarbeitern sogar mitten in der Nacht beim Betonieren zuschauen. Und das bei einer Wohnüberbauung. Wohnungen produzieren ist halt auch ein industrieller Prozess geworden. Und in Grenchens Fabriken wird ja seit je ebenfalls nachts gearbeitet.

Apropos Industrie: In zehn Tagen eröffnet nur eine Bahnstation von Grenchen entfernt eine grosse
Industriemesse, bei der auch einige Grenchner Firmen dabei sind. Die
Siams vom 19. bis 22. April in Moutier mit 434 Ausstellern ist die wichtigste Leistungsschau der Produktionsmittel für die Mikrotechnik. Für technisch Interessierte gibts dort jeweils allerhand Interessantes zu sehen. Auch diesmal wird man sich ein Bild machen können, was die KMU im Jura-
bogen sich einfallen lassen, damit der Werkplatz Schweiz nicht untergeht.